Hilfeschrei nach Babysittern

Gegenseitige Kinderbetreuung: So sollen es Giesinger Familien künftig leichter haben

Giesing Ute Brooks wartet seit zwei Jahren auf einen Krippenplatz für Tochter Jasmin. „Die Leiterin hat mir gesagt, sie haben für das letzte Halbjahr 300 Absagen verschickt.“ Ihr Sohn ist acht Jahre alt, ihr Mann arbeitet auswärts und auch sie würde gerne wieder ins Arbeitsleben. Doch wer soll auf ihre Kinder aufpassen? Bei Monika Nießner übernehmen das zur Zeit die Großeltern – Tochter Isabella ist auf der Warteliste für einen Krippenplatz. Kinder erfordern viel Improvisationstalent – besonders in Giesing. Die Versorgungsquote mit Krippenplätzen liegt bei 13 Prozent – weit unter dem städtischen Durchschnitt (20 Prozent). Und selbst die Eltern, die einen Krippenplatz ergattern konnten, haben Bedarf an Kinderbetreuung. „Wenn mal ein kurzfristiger Termin kommt oder man mal einen Abend zu zweit verbringen will“, erklärt die zweifache Mutter Sylvia Daub, „aber viele können sich einen Babysitter auf die Dauer nicht leisten.“ Deswegen hat die Erzieherin jetzt gemeinsam mit dem Sozialpädagogen Achim Ranz die Initiative „Familien verbinden“ gestartet. Das Konzept: Einmal im Monat treffen sich Eltern zum Frühstück, ab und zu macht man gemeinsam Ausflüge. „So lernt man viele Leute kennen, die in der Nähe wohnen, und entwickelt Vertrauen“, betont Ranz. Nach einem Probelauf sind bis jetzt 15 Familien in der Initiative: „Der Bedarf ist da – beim ersten Treffen gab es einen regelrechten Hilfeschrei nach Betreuung!“ Das Projekt ist noch in den Startlöchern. Finanzielle und organisatorische Unterstützung fanden die beiden Gründer im Giesinger Stadtteilladen: „Die ,Soziale Stadt‘ fördert diese Art von bürgerschaftlichen Engagement – so entstehen auch wertvolle Netzwerke im Viertel“, erklärt Ulrike Lierow vom Stadtteilladen. Jetzt müssen weitere Schritte unternommen werden, um das Projekt ins Laufen zu bringen. „Wir wollen eine Website entwickeln und uns bei Elterninitiativen und sozialen Einrichtungen in Giesing vorstellen“, ergänzt Ranz. Das Wichtigste sei, dass viele Eltern das Konzept kennenlernten. „Je mehr Eltern mitmachen, desto wahrscheinlicher ist es, dass man welche findet, mit denen sich die Bedürfnisse decken.“ Maren Heußler Das Kontaktfrühstück ist am Samstag, 24. Januar, von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Eltern-Kind-Initiative Mäcki Löffel, Severinstraße 2. Anmeldung bei Sylvia Daub unter 089/127 11 920 oder per E-Mail an familienverbinden@gmx.de. Weitere Termine und Infos gibt es auch im Internet unter www.stadtteilladen-giesing.de

Auch interessant:

Meistgelesen

»Stadt lässt Platz ungenutzt«
»Stadt lässt Platz ungenutzt«
Bauvorhaben komplett vermietet – Edeka und Luxus-Kindergarten kommen in die Naupliastraße
München Südost
Bauvorhaben komplett vermietet – Edeka und Luxus-Kindergarten kommen in die Naupliastraße
Bauvorhaben komplett vermietet – Edeka und Luxus-Kindergarten kommen in die Naupliastraße
Rund um den Arabellapark
Rund um den Arabellapark
Er ist der neue Sheriff in der Au
München Südost
Er ist der neue Sheriff in der Au
Er ist der neue Sheriff in der Au

Kommentare