Hilfe für die Ärmsten der Armen

Konsul Otto Eckart engagiert sich bei der Hilfe für die Müllkinder in Guatemala. Foto: HH

Die Münchner „Wastl-Fanderl-Schule“ veranstaltet am Donnerstag, 18. November, um 19 Uhr zusammen mit der Hilfsaktion „Guate Pro“ in der Gaststätte „Flügelrad“ an der Truderinger Straße 115 ein Volksmusikkonzert zugunsten von Kindern, die in Guatemala auf der Müllkippe leben. Die Koordination und Organisation liegt dabei in den Händen von Bezirksrat Anton Spitlbauer.

Kinder, die auf Müllkippen leben und dort auch ihre Nahrung suchen müssen, gehören zu den Ärmsten der Armen. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Eltern, die sich außerstande sehen, sie zu ernähren, fortgeschickt. Durch die Landflucht sind sie entwurzelt und können sich auch nicht zu weit entfernten Großeltern oder Verwandten durchschlagen, die ihnen ohnehin auch nicht helfen könnten, denn sonst hätten ihre Eltern die Heimat ja nicht verlassen. Vor allem die Mädchen sind Freiwild und nicht selten werden die Kinder wie wildernde Hunde abgeknallt, weil irgendjemand einen Verdacht gegen sie in die Welt gesetzt hat. Um diese Situation zu lindern wurde vor 12 Jahren „Guate Pro“ – Hilfe für Guatemaltekische Projekte e.V. in München gegründet, das maßgeblich vom Honorarkonsul von Guatemala, Otto Eckart, und seinem Sohn Werner sowie von deren Partnerfirmen getragen und finanziert wird. Daneben besteht aber ein rühriger Kreis von engagierten Mitgliedern, die regelmäßig oder in größeren Beträgen bei runden Geburtstagen für diese gute Sache spenden. Schulklassen, Vereine und Einzelgruppen veranstalten Bazare, Tombolas oder Spielrunden, deren Erlös „Guate Pro“ zugute kommt. Seit dem Jahr 2000 wird hieraus z.B. die Schule mit Heim „Hogar San Francisco Xavier“ unterstützt, die solche Kinder von den Müllkippen herunterholt, ihnen ein Dach über dem Kopf gewährt und ihnen eine Schulbildung ermöglicht. „Guate pro“ trägt zum Schulunterhalt bei und finanziert für jedes der Kinder eine Mahlzeit pro Tag. In der Schule Santa Teresita in Chimaltenango wurden von dieser Aktion inzwischen acht Klassenzimmer und das Haus des Hausmeisters gebaut und die komplette Einrichtung mit jeweils 40 Kinderschreibtischen finanziert. Hier hilft auch der unterschiedliche Geldwert, denn ein Pult ist für circa 20 Euro zu haben. Es gelang daher bei einer Weihnachtsfeier vor drei Jahren, Spender für die vollständige Möblierung von zwei Klassenzimmern zu finden. In der Aktion „Procedi“ wird 120 Kindern und Jugendlichen und zum Teil auch deren Familien geholfen, die in einem Stadtteil mit extrem hoher Armut und Kriminalität leben. Sie werden schulisch, medizinisch, aber auch psychologisch betreut und erhalten täglich eine warme Mahlzeit, die von ihnen gemeinsam zubereitet wird. Aus den Spenden von „Guate pro“ wurde für sie mitten in den Häuserschluchten ein Sportplatz betoniert und mit hohen Wänden umgeben. Ein Zentrum zur Rehabilitation von Alkohol- und Drogenabhängigen aus der Volksgruppe der Mayas wurde mit dem Erlös der Tombola des Bayerisch-Guatemaltekischen Festes im Dezember letzten Jahres unterstützt, den Konsul Eckart noch verdoppelt hatte. Mit der Aktion „Schenk mir ein Huhn“ sollen dort von der Caritas errichtete Hühnerställe mit Legehennen gefüllt werden, um aus dem Verkauf der Eier die Kosten der Entzugsmaßnahmen zu erwirtschaften. Die an diesem Abend zusammengekommenen über 1800 Euro dürften in Guatemala für den Kauf von vielen Hundert Hühnern gereicht haben. Werner Eckart hat auf seine Kosten attraktive Weihnachtskarten drucken lassen, deren Verkaufserlös „Guate pro“ ungeschmälert zugute kommt und Bezirksrat Anton Spitlbauer, der der Hilfsaktion schon seit 2001 angehört, konnte nun den Leiter der „Wastl-Fanderl-Schule“ Moritz Demer, dafür gewinnen, mit seinen Musikanten und Sängern einen Hoagartn im „Flügelrad“ anzustimmen, bei dem echte bayerische Volksmusik zur Aufführung kommt. Der Eintritt ist frei, damit die Spendenbereitschaft umso großzügiger ausfällt.

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