An der Breisacher Straße wird alles anders

Haidhauser kämpfen um Stammlokal

Wirt Stefan Berlakovich vor seiner Bar. Nach 31-Jahren muss das „Juleps“ aus der Breisacher Straße ausziehen.
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Wirt Stefan Berlakovich vor seiner Bar. Nach 31-Jahren muss das „Juleps“ aus der Breisacher Straße ausziehen.

Haidhausen - Nach 31 Jahren muss das Juleps ausziehen – die Gäste starten jetzt eine Petition

Nach 31 Jahren muss das Juleps, ein American Diner, aus der Breisacher Straße raus. Denn: Der Eigentümer hat einen Nachmieter gefunden, der die Renovierung selbst bezahlt. Ein echter Aufreger für viele Stammgästen des Lokals – die auf die Barrikaden gehen und Unterschriften sammeln. „Ein Stück Heimat und Stadtteilcharakter steht auf dem Spiel – Haidhausen darf sein Gesicht nicht verlieren“ heißt es in der Petition. Rund 900 haben bereits unterschrieben. 

Der Wirt, Stefan Berlakovich, indes hat keine Hoffnung mehr. „Ich fürchte, dass die Petition nichts bringt. Es ist fix, dass wir rausmüssen.“ Kalt lässt ihn das freilich nicht. „Die Kündigung kam überraschend – immerhin haben wir eine 31-jährige Tradition“, erzählt Berlakovich. Doch daran ist wohl nichts mehr zu ändern. Die Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. Ein vietnamesisches Restaurant soll in die Räume in der Breisacher Straße 18 einziehen. „Die neuen Mieter renovieren auf eigene Kosten. Das hat die Eigentümer des Anwesens offenbar überzeugt.“ 

Nachdem der Wirt im Restaurant bekannt gab, dass er zum 31. Juli schließen muss, starteten einige Stammgäste dagegen auf Facebook sofort eine Online-Petition „Rettet das Juleps!“. Abgesehen von der Kündigung des Mietvertrages hat Berlakovich nach eigenen Angaben ein gutes Verhältnis zum Vermieter. Daher distanziert er sich von der Online-Petition. „Das war Angelegenheit der Stammgäste. Ich wollte mich da raus halten“, sagt er. Ans Aufgeben denkt er trotzdem nicht: „Wir suchen momentan einen neuen Standort. Aber da ist noch nichts spruchreif.“ Sicher ist, dass er am bisherigen Konzept festhalten wird. Für einen spektakulären Abgang will er für den 27. Juli noch eine „Abrissparty“ planen.Rebecca Strohmeier

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