„Otto & Rosi“

Haidhausen: Neuer Tagestreff für Obdachlose

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Einrichtungsleiter Stefan Kühn (oben links) und Pädagogin Alexandra Brunner beraten täglich Obdachlose.

Neuer Tagestreff für Obdachlose: Das „Otto & Rosi“ in der Rosenheimer Straße soll auch speziell Frauen einen Zufluchtsort bieten.

Haidhausen – Die Regale im Büro von Stefan Kühn sind noch leer, die Couchen im Aufenthaltsraum spärlich belegt. Es riecht nach Neuwagen.

„Otto & Rosi“ : Am 1. Mai ist Eröffnung

Außer den Geräuschen des Fernsehers und leisen Gesprächen ist es noch ruhig in der Rosenheimer Straße 128d. Lange wird das aber wohl nicht so bleiben: Am 1. Mai öffnete der neue Tagestreff der Arbeiterwohlfahrt seine Pforten.

Das „Otto & Rosi“ soll als Entlastung für die überlaufene Teestube „Komm“ in der Zenettistraße dienen. Bis zu 80 Obdachlose finden in den Räumlichkeiten Platz.

Besucher Thomas genießt es draußen zu garteln oder in der vollausgestatteten Küche etwas in Ruhe zu kochen.

Einer davon ist Thomas. Er half bereits beim Umzug von den Übergangsräumen im Sozialzentrum Giesing in die Rosenheimer Straße mit: „Man baut hier einen Freundeskreis auf“, sagt der 57-Jährige. „Es ist wie Erholung für mich. Ich kann herkommen, meine Ruhe haben, Kleidung waschen, duschen oder etwas kochen.“

Wichtig ist: „Betroffene sollen wieder Mut schöpfen"

Zusammen mit Einrichtungsleiter Kühn hat er auf der Terrasse des Tagestreffs bereits Tomaten und Rosen gepflanzt. Für Kühn ist das „Otto & Rosi“ ein Herzensprojekt: „Wichtig ist, dass Betroffene wieder Mut schöpfen und ihre Probleme gehört werden.“

Dafür sind zu den Öffnungszeiten des Treffs – an sieben Tagen der Woche von 14 bis 20 Uhr – Pädagogen anwesend, die Besuchern in jeglichen Notlagen helfen. „Wir versuchen, in der Beratung, kleine Ziele zu setzen: Zum Beispiel wollte ein Besucher seine Mama zum Muttertag anrufen“, erläutert der 46-Jährige das Konzept.

„Otto & Rosi“: Extra Raum für Frauen

Die vollausgestattete Küche wird von den Besuchern gerne genutzt.

Obdachlose können außerdem eine Postadresse anlegen lassen, um Behördenbriefe empfangen zu können. Neben dem Aufenthaltsraum, Bädern, Waschmaschinen und einer voll ausgestatteten Küche gibt es im Haus auch einen separaten Schutzraum für Frauen: „In Tagestreffs merken Männer manchmal nicht, wie sie den Platz für sich einnehmen. Deshalb bieten wir für Frauen einen extra Raum an, damit sie nicht verdrängt fühlen.“

Daher auch der Name „Otto & Rosi“: Er soll ein Symbol dafür sein, dass sowohl Frauen, als auch Männer willkommen sind. Im Aufenthaltsraum gibt es einen kleinen Cafébetrieb mit warmen Getränke zum Selbstkostenpreis. Dafür ist die Einrichtung nun auf der Suche nach Ehrenamtlichen. Am Freitag, 17. Mai, steht aber nun erst einmal die offizielle Eröffnung des neuen Tagestreffs mit Oberbürgermeister Dieter Reiter an. Sophia Oberhuber

Die Teestube „Komm“ in der Zenettistraße

Das „Otto & Rosi“ orientiert sich am Konzept der Teestube „Komm“. Vor allem in den Wintermonaten wollen dort bis zu 200 Obdachlose täglich für ein paar Stunden ins Warme. Bei nur 70 Sitzplätzen kam es bereits vor Öffnung des Tagestreffs zu langen Schlangen. Einen zweiten Tagestreff beschloss der Stadtrat bereits im Juli 2017. Die Eröffnung von „Otto & Rosi“ verzögerte sich aber laut Karin Sporrer von der AWO wegen längerer Bauzeit.

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