Neuer Studiengang soll helfen, den Notstand in München zu beenden

Geburtshilfe für neue Hebammen

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Zu wenige Hebammen kümmern sich um Münchens Kinder. Ein neuer Studiengang soll den Notstand beenden.

Haidhausen – Nirgendwo in Bayern ist der Hebammen-Mangel so eklatant wie in München. Doch die Katholische Stiftungshochschule unternimmt nun etwas gegen den Notstand

Dr. Herrmann Sollfrank ist Präsident der Katholischen Stiftungshochschule für angewandte Wissenschaften in Haidhausen.

Es ist eine echte Sensation. Die Katholische Stiftungshochschule für angewandte Wissenschaften in Haidhausen (KSH) bekommt einen brandneuen Studiengang: Schon zum Wintersemester 2019/2020 kann man an der Preysingstraße den Bachelor in Hebammenkunde machen. „Unsere akademische Ausbildung an der KSH soll den Beruf der Geburtshelfer attraktiver machen“, sagt deren Präsident, Dr. Herrmann Sollfrank.

Der aktuelle Hebammen-Notstand, die Diskussion um ihren Wirkungskreis oder die rechtliche Absicherung dieses Berufsstandes hat den Hebammenmangel in Bayern verstärkt. Die bayerische Staatsregierung hat deshalb das 30 Millionen Euro schwere „Zukunftsprogramm Geburtshilfe“ auf den Weg gebracht. Ganz im Sinne von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU): „Aus persönlicher Erfahrung als Vater von zwei Kindern weiß ich, dass Hebammen für junge Familien unverzichtbar sind.“

Auf dem Campus in Haidhausen wird ab dem Wintersemester 2019/2020 ein neuer Bachelor-Studiengang angeboten.

Präsident Sollfrank freut sich über die längst notwendige Akademisierung des Berufes. „Das ganze Team der Hochschule hat gejubelt Es zeigt uns, dass wir an der KSH eine Vorreiterrolle in der Ausbildung der Pflegerischen Berufe haben. Wir leisten gute Arbeit, haben uns früh in die Diskussion eingebracht.“ Sollfrank ist zuversichtlich, dass der Studienbeginn in einem Jahr starten kann: „Optimistisch sage ich jetzt ja, es klappt. Angedacht sind sieben Semester, gemessen an anderen Bachelor-Studiengängen. Im ersten Semester beginnen wir mit 25 Studienplätzen, im vierten Jahr sollen hier zwischen 100 und 120 Studenten ausgebildet werden.

Dass die KSH das nicht im Alleingang kann, ist klar. Sollfrank: „Wir haben Bildungspartnerschaften, als medizinische Lehrstätte arbeiten wir mit der medizinischen Fakultäten der LMU und TU zusammen. Etwa, im Bereich Simulationslernen oder die Nutzung der Kreißsäle dort.“ Vorausgesetzt wird zum Schnellstart exzellentes Hochschulmanagement, die Besetzung von vier Professorenstellen, diversen Lehrbeauftragten und Mitarbeitern. Die Kosten trägt zu 80 Prozent der Staat, 20 Prozent wird über die Diözese refinanziert – Präsident Sollfrank ist guter Dinge. „Wir sind sehr engagiert.“

Wer sich alles bewerben kann? „Es wird eine differenzierte Zulassung geben, Bewerber mit Hochschul- und Fachholschulreife, ohne konfessionelle Vorgaben. Wir wollen aber auch Menschen eine Chance geben, die bereits menschliche und fachliche Kompetenzen haben, diesen Studiengang zu wählen. Schließlich geht es um einen wichtigen Beruf: Die Hebamme der Zukunft.“

Marie-Julia Hlawica

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