Einkaufswüste Johanneskirchen?

Die Nahversorgung der Bevölkerung mit Artikeln des täglichen Bedarfs ist dem Bogenhauser Bezirksausschuss wichtig. Endlich war das Gremium im langjährigen Kampf um einen Einkaufsmarkt in Daglfing erfolgreich, nun wirbeln Gerüchte um die Schließung des Netto-Markts in Johanneskirchen beträchtlichen Staub auf. Der BA fordert jetzt Klarheit.

Wird der Netto-Markt an der Kardinal-Wendel-Straße geschlossen? Konkrete Anzeichen für den Wahrheitsgehalt der bisher kursierenden Gerüchte hat nun Roland Krack (SPD) entdeckt. „Die Filiale an der Kardinal-Wendel-Straße, die bisher auf der Netto-Internetseite zu finden war, ist dort herausgenommen worden. Das Objekt, in dem sich der Netto-Markt befindet, wird im Internet als neues Angebot zur Miete oder zum Kauf angeboten“, berichtete Krack den Mitgliedern des Bogenhauser Bezirksausschusses. Alarmglocken Dort schrillten gleich die Alarmglocken, denn mit Vierteln ohne ausreichende Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf hat das Gremium einschlägige Erfahrungen. Für Daglfing beispielsweise ist nach vielen Jahren Kampf um ein entsprechendes Angebot jetzt endlich der Durchbruch gelungen. Dafür könnte bald Johanneskirchen auf der Liste der Gebiete mit fehlendem Lebensmittelgeschäft stehen. Die Lage scheint ernst und der BA ist in Sorge. Nahversorgung Das kleine Einkaufszentrum an der Kardinal-Wendel Straße sei vor rund 20 Jahren auf Anregung des Bezirksausschusses in den Bebauungsplan aufgenommen worden und habe mit seinem Angebot die Bedürfnisse der örtlichen Bewohner gut bedient, berichtete Krack. „Wir haben östlich der S8-Trasse sowohl einen hohen Anteil älterer Bevölkerungsschichten, als auch junge Familien, die nur eingeschränkt mobil sind. Die Busse aus den östlichen Wohngebieten fahren andere Lebensmittelmärkte nicht an. Ein Einkauf bei anderen Märkten wäre mit mehrfachem Umsteigen bei vollen Einkaufstüten verbunden“, stellte Roland Krack die Situation im Falle einer Schließung des Netto-Markts dar und bat die BA-Kollegen, seinen Antrag zu unterstützen und Aufschluss von der Geschäftsleitung der Netto Marken-Discount AG & Co. KG zu fordern. BA-Stimmen Robert Brannekämper (CSU) sagte dies zu und schlug vor, auch Planungsreferat und Lokalbaukommission (LBK) um Auskunft zu bitten. „Es heißt ja, das Objekt wird im Internet als Büro oder Ähnliches angeboten. Wir können die LBK auffordern, dort nur einen Lebensmittelmarkt zuzulassen“, so Brannekämper. Auch ein Brief an den Besitzer sei sinnvoll, meinte Frank Otto (SPD). Bernd Hirsch (FDP) hingegen fand, dies gehe „schon in Richtung Planwirtschaft“.Wegen zu wenig Ladenfläche könne der Discounter wohl kaum aufgegeben werden, meinte Stadträtin Christiane Hacker (SPD). „Es sind 400 Quadratmeter und 120 Quadratmeter Lager im Keller. Das Sortiment ist das, was wir seit 20 Jahren brauchen!“ Der Bezirksausschuss beschloss, drei Briefe auf den Weg zu bringen. Von der LBK will man Informationen, ob eine Anfrage oder ein Antrag auf Nutzungsänderung vorliegt, der Nettomarkt soll Auskunft über seine Pläne geben, beim Eigentümer will man für die Vermietung an einen Lebensmittelmarkt werben und ihn auf die Gefahr hinweisen, dass die LBK auch eine Nutzungsänderung verfügen könnte, die dem Besitzer keine dauerhafte Freude bringt.

Poststelle und Bonusmarkt in Johanneskirchen drohen das Aus – welche kleine Hoffnung es noch gibt

 Gabriele Mühlthaler

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