Dirtbike-Anlage an der Fideliostraße

In den Startlöchern steht der Verein Tretlager e.V., dem die Stadt einen Zehnjahres-Pachtvertrag für 5600 Quadratmeter Fläche an der Fideliostraße zugesagt hat. Wenn die Witterung es zulässt, wollen die Vereinsaktiven mit der Errichtung eines Dirtbike-Parcours beginnen.

Heimatlos ist der Verein Tretlager e.V. seit dem Frühjahr 2009. Damals machten Bagger dem beliebten Parcours am Bombenkrater nahe der Grünwalder Brücke den Garaus. Gut 20 Jahre hatten die Biker diese Strecke geliebt und gepflegt, dabei aber gravierende Schäden an Baumwurzeln und Stämmen, sowie eine massive Bodenverdichtung verursacht. Das zuständige Landratsamt München erließ für das Gelände im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet oberes Isartal eine Anordnung, nach der die Landeshauptstadt, der das Areal gehört, den illegalen Dirtbike-Parcours entfernen musste. Seitdem fehlt den Bikern eine Freianlage, nun dürfen sie selbst ihre Anlage auf dem Areal an der Fideliostraße errichten. Rund 45.000 Euro für Erschließung investiert die Stadt und stellt das Gelände zehn Jahre lang sehr kostengünstig zur Verfügung. Baubeginn nach der Frostperiode „Wann wir mit dem Bau des Dirtbike-Parcours beginnen, hängt vom Wetter ab. Derzeit können wir wegen des Frosts noch nichts machen, wir müssen warten, bis der Boden aufgetaut ist“, erklärte Stefan Herrmann von Tretlager auf Anfrage der HALLO-Redaktion. Zudem stehe noch der Vertragsabschluss mit der Landeshauptstadt an. „Die Zusage haben wir schon, es geht jetzt um Details“, so Herrmann. Als erstes müsse ein Zaun um das künftige Trainingsgelände gezogen werden, auf dem eine BMX-Strecke und ein Pomptreck vorgesehen seien. Damit sei die Anlage sowohl für BMX-Fahrer als auch für Mountainbiker geeignet. Nicht nur Vereinsmitglieder können künftig an der Fideliostraße ihrer Radsportleidenschaft nachgehen. „Die Anlage ist für alle offen“, sagt Stefan Herrmann. Über Öffnungszeiten, eventuelle Eintrittsgelder und ähnliche Details müsse man noch diskutieren. Ob Nichtmitglieder Nutzungsgebühr zahlen müssten, hänge davon ab, wie weit die Landeshauptstadt den Verein Tretlager e.V. bei der Errichtung des Parcours unterstütze, so Herrmann. Der Verein habe kaum Geld, was investiert werde, müsse man irgendwie erwirtschaften. Verärgerter BA Der Bogenhauser Bezirksausschuss hatte das Thema „Dirtbike-Anlage“ auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung. Allerdings sollte der BA nicht zur Sache angehört, sondern lediglich darüber informiert werden. Das ärgerte die Lokalpolitiker, denn „wir hätten doch gefragt werden sollen!“ BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Jeden Quadratzentimeter im Hinterhof müssen wir betrachten, bei einer so großen Sache werden wir nicht gehört!“ Das Gremium beschloss der Verwaltung mitzuteilen, dass der BA empört sei. Stadträtin Christian Hacker (SPD) erklärte, sie habe die Verwaltung aufgefordert, den Bezirksausschuss anzuhören. Man habe ihr mitgeteilt, der BA habe in der Angelegenheit kein Anhörungsrecht. „Der Beschwerdebrief kann gar nicht scharf genug werden!“, forderte Hacker das Gremium auf. BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser will nun „ein scharfes Schreiben“ an die Stadt formulieren. Gabriele Mühlthaler

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