Nachrichten aus der Bürgerversammlung Untergiesing-Harlaching

Diese Themen bewegen die Bürger im Münchner Osten

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Viele interessierte Bürger aus Untergiesing-Harlaching waren gekommen um ihre Anliegen vorzutragen.

Harlaching/Untergiesing – Lärm und Dreck am Stadion, neue Obstbäume, fehlende Park- und Kita-Plätze und eine Rettungswache bewegen die Bürger im Stadtviertel

Bürger lehnen Stadion-Ausbau ab

Der Lärm durch das Stadion in der Grünwalder Straße, sowie die starke Belastung durch Verkehr und Müll an den Spieltagen war eines der großen Themen auf der Bürgerversammlung in Untergiesing-Harlaching. Dabei trafen Befürworter und Gegner eines Ausbaus des Stadions aufeinander. So beantragte ein Bürger die Prüfung eines weiteren Ausbaus des Stadions über die 18 600 Plätze hinaus auf 20 000. Andere wiederum verlangten eine Reduzierung der Plätze auf insgesamt 12 500 wie es vor der Spielzeit 2017/18 der Fall gewesen sei. Eine ältere Dame hingegen verteidigte die Fußballfans. „Es ist lächerlich sich über die gerade einmal zehn Spiele im Jahr zu beschweren“, so die Bürgerin. Angenommen wurde von der Bürgerversammlung der Antrag eine Erhöhung der Stadionkapazität zu unterlassen, wohingegen eine Mehrheit eine mögliche Reduzierung auf 12 500 klar ablehnte.

BA-Chef macht sich für mehr Toiletten stark

Der Vorsitzende des Bezirksauschusses, Clemens Baumgärtner, erklärte gegenüber Hallo, dass er sich weiter für eine Reduzierung der Lärmbelästigung der Anwohner durch das Stadion einsetzen will. „Zum Beispiel, indem man die Lautstärke der Lautsprecher reduziert und sie stärker ins Stadion hinein ausrichtet“, so Baumgärtner. Auch der An- und Abreiseverkehr der Fans solle künftig besser organisiert werden. „Und wir brauchen mehr Toiletten im und rund um das Stadion, denn viele erleichtern sich vor dem Spiel schon mal schnell in einem Vorgarten oder an einer Hauswand“, so Baumgärtner weiter.

Mehrheitlich angenommen wurde auch der Antrag eines Bürgers zum Verbot von jeglichem privatem Feuerwerk. Jedes Jahr an Silvester würden wegen der Knallerei die Tiere leiden und die Luftqualität durch die Böller stark beeinträchtigt. Der Feinstaub, der durch das Silvesterfeuerwerk entsteht, mache rund 15 Prozent der Menge aus, die während eines ganzen Jahres aus anderen Quellen, wie dem Autoverkehr, in München produziert werde.

Mit großer Mehrheit angenommen wurde auch der Antrag zur Einrichtung einer Rettungswache mit Notarzt am Harlachinger Klinikum, sowie ein Antrag zur besseren Versorgung mit Kita-Plätzen und Schulen im Viertel. Große Unterstützung fand auch der Antrag einer Bürgerin zur Instandhaltung, Pflege und Verschönerung des Wettersteinplatzes. „Dieser ist in letzter Zeit ziemlich verwahrlost“, so die Antragstellerin.

Stefan Osorio

Ein Radweg statt einer holprigen Buckelpiste

Anstelle des Kopfsteinpflasters forderten Bürger einen Radweg in der Schyrenstraße.

In der Schyrenstraße soll auf dem Kopfsteinpflaster ein Radweg her. Das forderte ein Bürger. Für die Radler sei das Pflaster schlichtweg schlecht geeignet. Das Baureferat will die Situation in der Schyrenstraße jetzt prüfen. Der Antrag auf Einrichtung eines Radwegs wurde mehrheitlich angenommen. 

Mehr Obstbäume

Mit großer Mehrheit hat die Bürgerversammlung einen Antrag zur vermehrten Pflanzung von Obstbäumen angenommen. Allerdings könne man diese nur in Grünanlagen anpflanzen heißt es vom Gartenbauamt. Auf öffentlichen Straßen sei das wegen des fallenden Obsts zu gefährlich. Das Gartenbauamt wolle aber Obstbäume in künftige Bepflanzungen mit einbeziehen.

Mehr Parklizenzgebiete sollen her

Die Bürger fordern ein Parklizenzgebiet rund um den Candid- und Wettersteinplatz.

Die Verkehrsproblematik war auf der Bürgerversammlung in Untergiesing-Harlaching eines der großen Themen. So forderten mehrere Bürger die Einrichtung von Parklizenzgebieten rund um den Candidplatz und den Wettersteinplatz. „Um den Candidplatz herum lassen morgens immer Lkw ihre Motoren warmlaufen“, beschwerte sich eine Anwohnerin. Das könne so nicht weitergehen.

Die Anträge zur Einrichtung von Parklizenzgebieten wurden von der Versammlung angenommen. Andreas Frank vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) erklärte, dass diese Gebiete zeitnah eingerichtet würden.

Um die Parkplatzsituation im Viertel zu verbessern, wurde auch der Antrag einer Bürgerin angenommen, in dem sie gefordert hatte, dass die Parkmöglichkeiten beim Vereinsgelände von Bayern München besser ausgeschildert werden sollen.

Abgelehnt wurde hingegen der Antrag einer baulichen Trennung von Rad- und Fußgängerwegen auf der Grünfläche zwischen der Schönstraße und der Isar. Diese Flächen seien grundsätzlich Fußgängern vorbehalten. Sollten die Strecken auch für Radfahrer freigegeben sein, so würde der Verkehr dort von gegenseitiger Rücksichtnahme zwischen Fußgängern und Radfahrern geregelt, so das Argument des Gartenbauamts.

Für die Ecke Soyerhofstraße/Rotbuchenstraße forderte ein Antragsteller die Einrichtung eines Zebrastreifens. „Dafür braucht man eine bestimmte Frequenz von Fußgängern und Kraftfahrzeugen“, erklärt Frank. „Diese darf nicht zu niedrig aber auch nicht zu hoch sein.“ Der Antrag wurde von der Bürgerversammlung angenommen.

Stefan Osorio

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