Was ist denn heute »münchnerisch«?

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Interview mit dem Münchner Kabarettisten Christian Springer Sie diskutieren auf der Volkskünstlerinnen-Schau über das Münchnerische – warum? Die Sprache der drei Frauen hat bis zum heutigen Tag Auswirkungen auf den Münchner Dialekt. Schließlich laufen ihre Filme, Stücke und Lieder heute noch im Radio und Fernsehen. Sie sind drei herausragende Münchnerinnen, die ihren Dialekt auf der Bühne gesprochen haben, aber trotzdem weit über die bayerischen Grenzen hinaus verstanden und gemocht worden sind. Bei meiner Bühnenfigur Fonsi ist das ähnlich. Ich hoffe, ich ende nicht als Anschaungsobjekt des Münchner Dialekts in einem Käfig in der Monacensia. Stirbt das Münchnerische aus? Nein, vielleicht wird es in 200 Jahren ein Mix aus Englisch und Schwäbisch sein, aber es bleibt das Münchnerische. Das Glück für diesen Dialekt ist, dass er überall in Deutschland sehr positiv aufgenommen und gemocht wird. Ein sächsischer Kabarettist in Miesbach wird nicht gemocht, weil er einen unsympathischen Dialekt spricht. Was ist für Sie das neueste Wort im Münchnerischen? „d’Alliants Arena“. Warum darf denn der Niederbayer Ottfried Fischer mitreden? Weil ein Niederbayer immer mitredt, ob wir mögen oder nicht. Im Ernst, der Ottfried hat in vielen Münchner Serien mitgespielt, die bundesweit Erfolg hatten, wie „Zur Freiheit“ oder „Irgendwo und Sowieso“ . Und dafür muss natürlich eine Art Fernsehbairisch erfunden werden. Mal mehr, mal weniger. Wie definieren Sie die Münchner Mentalität? Der Münchner hält sich oft für was Besseres. Schon in Reisebüchern aus dem 16. Jahrhundert wird die derbe und gleichzeitig sanfte Art der Münchner beschrieben. Der Münchner ist eine Mischung aus dem Monaco Franze und dem Weiß Ferdl. Wer ist ein echter Münchner? Karl Valentin ist das Aushängeschild der Münchner Kultur und des Münchner Humors. Dabei war er nicht mal Bayer. Der Geburtsstempel eines Münchner Krankenhauses macht aus die Leut noch lang keine Münchner. Was versprechen Sie sich von der Diskussion? Wir werden versuchen, den Münchner in Wesen und Dialekt einzugrenzen – was uns vielleicht nicht gelingen wird. Sogar sicher net. Welche lebenden Münchnerinnen würden Sie denn ausstellen? Wer sind die Liesl Karlstadt, Bally Prell und Erni Singerl von heute? Spontan fallen mir da drei Frauen ein, die zwar zum Teil nicht in München geboren sind, aber auf jeden Fall dazugehören: Gisela Schneeberger, Monika Gruber und Petra Perle. Maren Heußler

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