Bis zu 30 Prozent könnten pleite gehen

Rettung für Giesinger Boazn und Cafés?

München, Giesing: Corona hat die Gastro im Viertel schwer getroffen. Das Schön-Stüberl verbucht wegen der fehlenden 60er-Spiele wesentlich weniger Gäste.
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München, Giesing: Corona hat die Gastro im Viertel schwer getroffen. Das Schön-Stüberl verbucht wegen der fehlenden 60er-Spiele wesentlich weniger Gäste.

München, Giesing: BA will Viertelbudget zur Rettung der Gastro verwenden

  • Corona trifft Gastro im Münchner Osten hart
  • Weniger Gäste, weniger Umsatz: Wirte berichten
  • So wollen Lokalpolitiker und Bürger helfen

Giesing-Harlaching - Geld für die Gastro – dafür setzen sich Viertelpolitiker aus Untergiesing-Harlaching nun ein. Sie fordern, das Stadtteilbudget den Wirten, Cafébetreibern oder Boaznbesitzern zugutekommen zu lassen, um sie vor einer Pleite zu bewahren.

Corona in Giesing: Biergärten schließen wieder, Lokale am Gasteig melden Insolvenz an

„Sonst fördern wir mit dem Budget Veranstaltungen – die haben jetzt sowieso nicht stattgefunden“, sagt Michael Sporrer (SPD), der den Antrag mitinitiiert hat. In der kommenden Sitzung des BAs, die am Dienstag, 16. Juni, stattfindet, soll darüber entschieden werden. Schon jetzt leiden zahlreiche Gastronomen im Münchner Osten immens unter der Krise. Lokale und Catering am Gasteig haben Insolvenz angemeldet, etliche Biergärten nach einer kurzen Öffnung wieder geschlossen, etwa der Hofbräukeller am Wiener Platz.

München, Giesing: Hofbräukeller am Wiener Platz hat kurz nach der Öffnung wieder geschlossen.

München: Bis zu 30 Prozent der Gastro-Betriebe könnten wegen Corona pleite gehen

Der bayerische Hotellerie- und Gaststättenverband Dehoga hält das für „keine Einzelfälle“, wie Sprecher Franz John mitteilt. Schätzungen zufolge werden bis zu 30 Prozent der Gastro-Betriebe demnach pleite gehen.

„Ich habe noch Glück“, sagt dazu Antonio de Almeida, der nahe des Candidplatzes „Zum Tony’s“ betreibt. „Ich darf zumindest aufmachen.“ Andere Boazn, die weniger als 20 Quadratmeter groß sind, seien nach wie vor geschlossen. Aber auch de Almeidas Zukunft ist ungewiss.

München, Candidplatz: Antonio de Almeida vom "Zum Tony´s" war froh, dass er wieder aufmachen durfte.

 „Ich hatte keinen Cent mehr übrig“, erzählt der Portugiese, der froh ist, dass die Biergärten schneller öffnen durften als erwartet.

Corona in München: Öffnung der Gastro kam für viele Wirte als Rettung in letzter Minute

Die Öffnung der Gastronomie kam offenbar für etliche Wirte  als Rettung kurz vor dem Aus. „Viele Gastronomen haben gesagt, bis Juni oder Juli schaffen sie es noch, aber dann wird es eng“, berichtet Torsten Müller von der Sozialen Stadt Giesing. Insolvenzen im Viertel sind ihm nicht bekannt. „Aber das Damoklesschwert hängt weiter über den Lokalen.“

Giesinger Wirte rechnen nur mit bis zu 40 Prozent des regulären Jahresumsatzes

Demnach rechnen die meisten Wirte im Viertel damit, dass sie lediglich 30 bis 40 Prozent des regulären Jahresumsatzes erwirtschaften. Denn selbst an sonst sehr umsatzstarken Tagen, wie etwa an Spieltagen, bleibt der Umsatz niedrig, wie Martin vom Schön-Stüberl schildert. „Am vergangenen Sonntag hatte ich 35 Gäste, das Maximum“, sagt er. „Normal, wenn Sechzig  spielt, sind es mehr als hundert. Das ist natürlich ein Unterschied.“

Aktion "Lokalsupport" hat manche Giesinger Wirte zumindest vorübergehend gerettet

Zumindest ein Hoffnungsschimmer für einige: Über die Aktion „Lokalsupport“, die unter anderem Simone Wittmann (Grüne im BA, neue Ois Giasing-Koordinatorin), bei der man im Internet Gutscheine vom Lieblingslokal  kaufen konnte, ist laut Torsten Müller für einige zumindest eine Monatsmiete zusammen gekommen. „Das hat manche zumindest vorübergehend gerettet.“

Hanni Kinadeter

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