Bürger gegen Industriegebiet

Biotop- und Grünfläche

Rund die Hälfte des 16,88 Hektar großen Areals, das derzeit als schützenswerte Biotop- und Grünfläche und grüne Lunge fürs Stadtklima gilt, soll für dieses Vorhaben geopfert werden. Fast die gesamte Fläche nordwestlich des Hachinger Bachs (hier Hüllgraben genannt), der den Bereich durchfließt, ist für Gewerbe vorgesehen. Wichtig ist die extensive Grünfläche, auf der wertvolle und geschützte Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind, nicht nur für die Naherholung der benachbarten Wohnbevölkerung, auch die Frischluft strömt über diese Grünschneise in dicht besiedeltes Stadtgebiet. Besonders Zamdorf, aber auch die Innenstadt, profitieren davon. Das haben auch die Stadtplaner erkannt, meinen aber, der Eingriff in das Biotop sei nicht so gravierend, dass Frischluftschneise, Naherholung oder Wohn- und Lebensqualität der umliegenden Quartiere darunter leiden würden. Die Initiatoren der Unterschriftensammlung gegen das Industriegebiet im Hüllgraben-Dreieck sehen das anders. Sie widersprechen der Planung vehement. Neues Industriegebiet im Stadtbereich paradox Paradox finden die Gegner der städtischen Planung das Vorhaben, nahe an der Münchner City ein Industriegebiet auszuweisen, das zudem noch in der Frischluftschneise liegt. Ständig würden erhöhte Feinstaub- und Emissionswerte gemessen, umso wichtiger sei der Erhalt der für die Stadtluftregeneration so bedeutenden „grünen Lunge“ Hüllgraben-Dreieck. „Nach den Planungen der Stadt würde hier eine der letzten großflächig zusammen hängenden Grünflächen aufgegeben und das einzige Industriegebiet im gesamten Münchner Osten und Nordosten neu entstehen“, kritisieren die Initiatoren der Unterschriftensammlung. Zusätzlicher Verkehr Eine Gewerbenutzung lehnen sie auch ab, weil sie befürchten, der zusätzliche Verkehr lasse sich nicht überwiegend über einen Autobahnzubringer abwickeln. Ein Großteil des Schwerlastverkehrs werde mit Sicherheit über die Riemer- und Eggenfeldener Straße stadteinwärts und über Hultschiner- und Baumkirchner Straße nach Süden fließen. Schatzbogen, Kreiller- und Bajuwarenstraße werden nach Ansicht der Planungsgegner ebenfalls zusätzlich durch Verkehr Richtung Südost belastet, während Fahrten nach Osten über Mitterfeld und Wasserburger Landstraße abgewickelt werden. Auch Daglfing werde seinen Teil abbekommen, so die Kritiker, denn nach Norden würden viele Laster über Rennbahn- und Daglfinger Straße fahren. Zudem möge die Stadt überprüfen, ob ein neues Gewerbegebiet überhaupt benötigt werde. In ausgewiesenen Bereichen wie Am Moosfeld oder in Riem stünden viele Bauten leer, es gebe auch Baulücken. „Man sollte zuerst Baulücken schließen und leer stehende Gebäude beziehen!“, so die Initiatoren. Bürger: Wir sind dagegen! Viele Unterschriften von Gegner des geplanten Industriegebiets erhoffen sich Brigitte Jais und ihre Mitstreiter, denn immerhin sind Bewohner von drei Stadtbezirken – Trudering-Riem, Bogenhausen und Berg am Laim – betroffen. Listen liegen aus bei Brigitte Jais, Bistritzer Weg 2, und können per Telefon unter der Nummer 424927 oder unter der Mailadresse JAISLichtpausen@t-online.de angefordert werden. Gabriele Mühlthaler

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