Bürger bangen um Nahversorgung

Poststelle und Bonusmarkt in Johanneskirchen drohen das Aus – welche kleine Hoffnung es noch gibt

Für viele der einzige fußläufig erreichbare Lebensmittelladen. Aktuell ist die Zukunft des Marktes ungewiss.
+
Für viele der einzige fußläufig erreichbare Lebensmittelladen. Aktuell ist die Zukunft des Marktes ungewiss.

Der Bonusmarkt in Johanneskirchen ist für viele Anwohner der einzige erreichbare Lebensmittelmarkt – Jetzt steht er vor dem Aus. Auch die Poststelle droht die Schließung.

  • Dem Bonusmarkt und der Poststelle in Johanneskirchen droht das Aus.
  • Der neue Eigentümer des Gebäudes erhöhte die Miete.
  • Für viele Anwohner ist der Lebensmittelmarkt, der einzige fußläufig erreichbare.

Ein großer Schock für viele Johanneskirchner: Dem Bonusmarkt, für viele der einzige fußläufig erreichbare Lebensmittelmarkt, und der Poststelle drohen das Aus. Hintergrund der drohenden Schließung: Das Gebäude in der Kardinal-Wendel-Straße war verkauft worden, der neue Eigentümer will eine monatliche Pacht, die dreimal so hoch ist wie vorher. „Das können wir nicht bezahlen“, sagt der Vertriebsleiter des Bonusmarktes Karsten Fischer

Bonusmarkt in Johanneskirchen droht das Aus

Daher kündigte ihm der neue Eigentümer zunächst für Ende Juli 2021 das Mietsverhältnis. Doch der Markt hat unerwartete Unterstützung bekommen: Anwohner sammelten mehr als 600 Unterschriften, sprachen im Bezirksausschuss vor. Das Viertelgremium unterstützt den Wunsch, den Markt zu erhalten und verabschiedete einen SPD-Antrag. 

Der wiederum fordert: Oberbürgermeister Dieter Reiter solle sich persönlich für den Erhalt des Marktes einsetzen, falls eine Schließung nicht abgewendet werden könne, solle die Stadt einen Ersatzstandort finden. „Der Lebensmittelmarkt ist wahnsinnig wichtig, gerade für Familien und ältere Menschen“, sagt BA-Chef Florian Ring (CSU). „Er ist ganz entscheidend für die Nahversorgung in Johanneskirchen.“

Hoffnung für den einigen fußläufig erreichbaren Lebensmittelmarkt in Johanneskirchen

Erneut hat in diesen Tagen eine Verhandlung zwischen dem neuen Eigentümer und dem Bonusmarkt stattgefunden – so richtig einigen konnte man sich nicht, zumindest was die Miete betrifft. „Er hat uns ein neues Angebot gemacht, aber auch das können wir nicht bezahlen“, sagt der Vertriebsleiter Karsten Fischer. Da der Bonusmarkt auch Langzeitarbeitslose beschäftigt und ausbildet, gilt er als Sozialbetrieb. 2016 ist der Markt eröffnet worden, sechs Mitarbeiter sind derzeit beschäftigt. 

Aber im Gespräch einigte man sich auf eine Idee, die den Lebensmittelmarkt retten könnte: „Wir können unseren Laden verkleinern, ohne dass wir das Sortiment verkleinern müssen“, sagt Fischer. Zum Beispiel, in dem man die Gänge verkleinert und höhere Regale aufstellt. So könne der Eigentümer einen Teil des Gebäudes an andere Pächter vermieten und zusätzliche Einnahmen erzielen. 

Ein Kompromiss, der laut Fischer für beide Parteien tragbar sei. Statt der 455 Quadratmeter könnte der Bonusmarkt auf 300 Quadratmeter erhalten bleiben. „Es ist ein guter Schritt, aber ob das klappt ist letztlich noch völlig unklar“, sagt Fischer

hki

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Alles rund um den Ausbau des Grünwalder Stadions
Alles rund um den Ausbau des Grünwalder Stadions

Kommentare