Bogenhausen zeigt stolz seine Kultur

Beim Kabarettabend mit Josef Brustmann weichen die Veranstalter der Bogenhauser Kulturtage mangels geeigneter Räume in ein Zirkuszelt aus. Foto: privat

Ein Highlight im 13. Stadtbezirk könnten die Kulturtage im Juli werden, die der Bogenhauser Bezirksausschuss ganz ohne Unterstützung des Münchner Kulturreferats auf die Beine stellt. Ein buntes Potpourri von Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen ist in Vorbereitung, ein historischer Bus mit der Nummer 13 wird stündlich 13 Kulturstationen im 13. Stadtbezirk anfahren.

„Nicht nur Bogenhauser Künstler und Institutionen, auch die ,große Kunst' macht mit“, freut sich Roland Krack, Vorsitzender der Vereins NordOstKultur und Mitglied des Bogenhauser Bezirksausschusses. Mit „großer Kunst“ meint Krack das Prinzregententheater und die Villa Stuck. Ein Blick vor und hinter die Kulissen gibt es im Theater und eine Führung mit Beamershow über das „Vorher/Nachher“ des Hausumbaus durch die verantwortlichen Architekten in der Villa Stuck. Für die Veranstaltung mit dem Kabarettisten Josef Brustmann, bei dem bis zu 300 Gäste erwartet werden, haben die Organisatoren der Kulturtage, Roland Krack, Bernd Hirsch und Evi Schneider (alle Mitglieder des Bezirksausschusses 13 und des Nordost-Kulturvereins) eine Kooperation mit dem Zirkus Baldoni vereinbart, der während der Kulturtage am 7. und 8. Juli im Stadtteil gastiert. „Wir haben ja keine Saal in Bogenhausen, in den so viele Leute reinpassen“, begründet Roland Krack diese innovative Lösungsidee. Bürgermeistervilla Sogar die Bürgermeistervilla hat das Organisations-Trio ins Programm integrieren können. Dort werden Studenten der August-Everding-Akademie Highlights des Musicals präsentieren. Musikalisch präsent werden in der Bürgermeistervilla an der Ismaninger Straße unter anderem auch folgende Institutionen sein: Die Städtische Sing- und Musikschule, die Wastel-Fanderl-Schule, die Djembe Schule, die Fritz-Lutz-Schule, die Rudolf-Steiner-Schule und der Traditionsverein Männergesangsverein. Jugendband-Contest Bernd Hirsch organsiert einen Jugendband-Contest, der ebenfalls in der Bürgermeistervilla stattfindet. Nicht über 18 Jahre alt sollten die Teilnehmer sein, als erster Preis im Wert von 500 Euro winken zwei Tage Tonstudio beim Kreisjugendring. Noch können sich Jugendbands zum Contest beim Bogenhauser Bezirksausschuss anmelden. Ausstellungen Ein weiteres Highlight werden die Ausstellungen und Präsentationen von Bogenhauser Künstlern sein, die an verschiedenen Orten stattfinden. Die 13 Stationen der Bogenhauser Kulturtage fährt stündlich ein historischer Bus mit der Nummer 13 an, der von Trommeln begleitet am Effnerplatz startet und auch dorthin zurückkommt. Zehn offene Künstlerateliers freuen sich auf Gäste. Figurentänze Es findet eine Lesenacht in der Knappertsbuschschule statt, es gibt Volkstanz zum Mitmachen und die Texas Boys präsentieren Figurentänze im Bürgerpark Oberföhring. Beim Künstlermarkt im ÖBZ kann man Papier-Gebundens, Schmuck, Goldstickereien, Genähtes und Zeichnungen bestaunen und erwerben, die Rudolf-Steiner-Schule erfreut mit Marionettenspiel, das Wilhelm-Hausenstein-Gym-nasium mit einem Theaterstück, auch im Kunstforum Arabellapark gibt’s Theater und für die Kinder ein Kasperlstück. Eröffnungsfest im Effnerheim Zwei Tage dauert das Bogenhauser Kulturevent, eröffnet wird es im neuen Effnerheim – das im Juli schon in Betrieb sein soll – mit einer Kabarettdarbietung für geladene Gäste. Dazu gehören auch alle Künstler, die mitmachen. „Der Bogenhauser Bezirksausschuss wird auf die Schippe genommen“, verrät Roland Krack. Kultur ohne Kulturreferat Ganz ohne finanzielle und fachliche Unterstützung des Münchner Kulturreferats haben die Bogenhauser das bunte und anspruchsvolle Programm für die ersten Kulturtage im Stadtteil auf die Beine gestellt. „Es gab in Bogenhausen noch nie Kulturtage, das wollten wir ändern. 1992 hatten wir hier die letzten Stadtteilwochen. Wir dachten, das Kulturreferat macht das, die haben aber einen Riesenvorlauf bis 2016“, berichtet Roland Krack. Geringe Kosten Für die rührigen Bogenhauser Kulturfreunde im Bezirksausschuss kein Problem – sie nahmen die Sache in die Hand und stellten ganz ohne Kulturreferat ein buntes Programm zusammen, das auch noch selbst finanziert wird. Weniger als 10.000 Euro wird das Event laut Krack kosten. „Wir wollen mit den Kulturtagen beweisen, dass wir hier in der Lage sind, so was zu organisieren“, sagt Roland Krack. Im Hinblick auf kulturell und bürgerschaftlich nutzbare Räume, die der 13. Stadtbezirk im Prinz-Eugen-Park bekommen soll, ist das sicher wichtig. Das Programm der Bogenhauser Kulturtage muss sich nicht vor den offiziell ausgerichteten Veranstaltungen des Kulturreferats verstecken. Wenn nun auch die Bogenhauser sich den Termin 7./8. Juli für die Stadtteilkultur reservieren, steht einem gelungen Zwei-Tages-Fest unter dem Motto Kunst nichts mehr im Weg. Gabriele Mühlthaler

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