Blaukorn – Gift für Hunde

Chemischer Dünger in der Asamstraße: Whippet »Indie« kommt fast um

Au Es war eine der schlimmsten Nächte seines Lebens, Werner Hoffmann musste zusehen, wie sein kleiner Lieling, die zehnmonatige Whippet-Hündin „Indie“, qualvoll litt. „Sie erbrach Blut und Stuhl, konnte kaum atmen“, erinnert sich der Münchner, „wenn wir nicht sofort zum Arzt wären, hätte sie es nicht überlebt.“ Dort wurde festgestellt, dass „Indie“ ganz blaue Pfoten hatte. „Der Hausmeister hat im Grünstreifen an der Asamstraße 12 entlang Blaukorn gestreut“, erzählt Hoffmann, „er hat mir gesagt, er wollte düngen, aber wer düngt denn, wenn der Boden gefroren ist.“ Für eine Stellungnahme gegenüber „Hallo München“ war der Hausmeister nicht erreichbar. Hoffmann verständigte, nachdem seine Hündin außer Lebensgefahr war, das Gartenbaureferat, das für den öffentlichen Grünstreifen an der Asamstraße zuständig ist. „Ein Mitarbeiter von uns hat sich das vor Ort angeschaut, aber mittlerweile hat es sich schon weitgehendst aufgelöst“, erklärt Jürgen Marek, Sprecher des Gartenbaureferates. Ihm ist völlig unverständlich, wieso der Hausmeister das Gras im Januar düngen wollte: „Erstens ist der Boden gefroren, jetzt ist nicht die Zeit dafür, und außerdem werden diese öffentlichen Grünstreifen von unseren Fachleuten ausreichend betreut.“ Privatpersonen seien nicht befugt, städtische Flächen zu düngen. „Außerdem setzen wir Blaukorn nicht ein – das wirkt wie ein kurzfristiges Doping, wir setzen auf nachhaltige Mittel.“ Offenbar hatte sich „Indie“ ihre Pfoten geleckt und sich dadurch eine Vergiftung zugezogen. Dass Blaukorn gefährlich für Tiere sein kann, bestätigt Dr. Roswitha Dorsch von der Tierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität: „Abhängig von Art und Menge des Blaukorns, kann dieser chemische Dünger zu einer massiven Reizung der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt führen, die Schleimhaut kann blau oder braun werden.“ Außerdem würde durch den Stickstoff im Dünger die Sauerstoffversorgung nicht mehr richtig funktionieren. „In schlimmen Fällen führt er zu Krämpfen und bis ins Koma“, so die Tierärztin. Im Falle einer Blaukornvergiftung rät sie schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen: „Wir stabilisieren dann den Kreislauf und die Atmung, geben Sauerstoff und Antioxidanzien.“ In „Indies“ Fall ist es nochmal gut ausgegangen. „Ich hoffe es bleiben keine Spätschäden“, erklärt das besorgte Herrchen, das schon die Nachbarn, die Haustiere haben, gewarnt hat. Tierhalter sollten künftig noch ein wachsames Auge haben – auf die blauen Kügelchen, die ganz viel Schaden anrichten können. Maren Heußler

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