Basketball-Höhenflüge

Großer Erfolg. Die Basketballdamen der Turnerschaft Jahn haben sich in der 2. Bundesliga Süd für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Foto: privat

Treffer aus der Nah- und Mitteldistanz – aber auch von „down under“ jenseits der Dreipunktelinie: die Basketball-Damen der TS Jahn München treffen derzeit in der Zweiten Bundesliga, wie sie wollen – und nehmen sogar Kurs auf Liga 1.

Mit dem letztlich knappen, aber hoch verdienten 75:71 (39:40) Sieg gegen den Tabellenfünften KuSG Leimen untermauerten die Schützlinge von Trainer Rüdiger Wichote nicht nur den hervorragenden 3. Tabellenplatz. Mit dem zehnten Sieg in Serie innerhalb des Jahres 2012 lösten sie am vorletzten Spieltag der Südstaffel auch endgültig das Ticket für die Aufstiegs-Playoffs zur Renommierklasse Erste Bundesliga. „Wenn wir sportlich aufsteigen sollten“, äußerte Jahn-Basketball-Sportdirektor Armin Sperber am Sonntag auf HALLO-Anfrage, „dann wollen wir das auch möglich machen“. Das Abenteuer Elite-Liga freilich gelte es vorher natürlich noch von der Vereinsspitze absegnen zu lassen. Doch immerhin ist die Aussage ein klares Bekenntnis, die seit vielen Jahren vor allem auch im Nachwuchsbereich als Vorzeigebasketballbetrieb agierende TS Jahn endgültig auch im Erwachsenen-Spitzensport zu etablieren. Eine erstaunliche Entwicklung. Gegen Leimen erledigten die Jahn-Damen schon einmal letzte Hausaufgaben auf dem Weg in die Playoffs. Doch die rund 200 Zuschauer in der Halle mussten lange zittern. Die Führung wechselte hin und her – erst in der Endphase konnten sich die Damen aus dem Münchner Osten vorentscheidend absetzen. „Schön ist bei uns zu beobachten, dass fast jede Woche eine andere Spielerin überragt und die Partien entscheidend mit gestaltet“, bilanzierte Sperber. Dieses Mal imponierte besonders die lange Center-Akteurin Viktoria Wohlers. 20 Punkte und sechs Rebounds beim Kampf um die zweiten Chancen unter den Körben sammelte sie. „Wir waren auch in der Tiefe und Breite des Kaders einfach stärker als Leimen“, freute sich Sperber. Wegen der „stärkeren Bank“ habe man auch diese Partie erneut für sich entschieden.In den Playoffs dürfte der TSV Amicitia Viernheim als Gegner lauern. Gegen den aktuellen Tabellenzweiten muss Jahn am kommenden Wochenende auch das letzte Spiel der regulären Saison bestreiten. Sollte man in den „Head-to-Head“-Duellen gegen Viernheim siegen, stünde man bereits im Playoff-Finale und damit in der Endausscheidung um den Aufstieg. „Das ist aber alles noch Zukunftsmusik, wir müssen einen Schritt nach dem anderen absolvieren“, drückte Sperber trotz der imposanten Erfolgsserie zuletzt auch auf die Euphorie-Bremse. Während die meisten Teams der Zweiten Liga auf teure Importkräfte aus Übersee setzen und meist zwei US-Legionärinnen in ihren Reihen haben, geht man bei der Turnerschaft Jahn einen völlig anderen Weg. Nach durchwachsener Hinserie mit sieben Niederlagen wurden zwar im Winter mit Magdalena von Geyr und Sibylle Wessels zwei gestandene und etablierte Erstligaspielerinnen verpflichtet. „Vor allem aber vertrauen wir auf unseren tollen Nachwuchs“, argumentiert Sperber. Ein ganzes Heer aus Trainern und Betreuern befördert diese Intention des Vereins entscheidend mit. Folge: im Nachwuchsbereich ist Jahn längst ein fester Bestandteil der nationalen Spitze. Das jüngste Beispiel lieferte am Wochenende wieder die Vorzeige-U17 des Vereins. Quasi im Vorspiel zur Zweitligapartie sicherten sich die jungen Damen von Cheftrainer Armin Sperber durch einen umjubelten 74:70-Erfolg im entscheidenden Playoff-Spiel gegen die favorisierten Chemcats aus Chemnitz ihren Platz in der Endrunde der Deutschen Nachwuchsmeisterschaft. Als nächster Gegner beim Final-Turnier in der deutschen Hauptstadt wartet der Topfavorit Zehlendorf-Berlin. „Da sind wir krasser Aussenseiter – aber man weiß ja nie“, so Sperber schelmisch. Auf jeden Fall werde es ein tolles Wochenende für die Mädchen, die zudem weiteren Anschauungsunterricht bekämen. Denn der Sportdirektor hat Karten organisiert für das just am Playoff-Wochenende stattfindende Spitzenspiel der 1. Herren-Basketball-Bundesliga zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern München. „Ein Highlight“, so der Sportchef der TS Jahn. Mit solchen „Highlights“ kennt man sich beim Jahn ja aus – vielleicht grüßt man ja demnächst selbst als frisch gebackener Erstligist. Harald Hettich

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