Der Baby-Boom an der Isar

Neuer München-Rekord: In Au-Haidhausen kommen auf 1000 Einwohner 13 Geburten

Au-Haidhausen Wer in Haidhausen spaziert, bemerkt eines sofort: Auffällig viele Schwangere, viele Kinderwägen und viele Familien sind hier unterwegs. Nun wurde dieser Eindruck vom Statistische Amt München bestätigt. 734 Kinder wurden 2009 in der Au und Haidhausen geboren – das sind über 13 pro 1000 Einwohner. Damit ist der Bezirk 5 zum ersten Mal in der Stadtgeschichte absoluter Geburten-Spitzenreiter unter den Vierteln. Woher der Boom kommt? Zwei Mitglieder des Bezirksausschusses, Ulrike Goldstein aus Haidhausen und Nicole Meyer aus der Unteren Au, kennen das Viertel gut – und sind im vergangenen Jahr selber Mütter geworden. „In den vergangenen Jahren ist das Viertel immer attraktiver geworden: Weniger Lärm und Verkehr, mehr Spielplätze und Grünflächen“, erklärt Goldstein. „Das macht die Gegend so anziehend für Familien, außerdem ziehen unglaublich viele junge Leute zu und die bekommen nach und nach Kinder.“ Dadurch entsteht auch eine gewissen Gruppendynamik: „Es liegt auch an den vielen jungen Paaren mit Kindern, die schon hier leben“, findet Meyer. „Außerdem sind in den letzten Jahren viele Krippen, Kindergärten und Elterninitiativen entstanden“ , ergänzt die frischgebackene Mutter. „41 Prozent aller Kinder unter drei Jahren steht hier ein Versorgungsplatz zur Verfügung“, bestätigt Fabian Riedl vom Sozialreferat. Der städtische Durchschnitt liege bei 27 Prozent. „Au-Haidhausen hat eine lange Tradition der Selbsthilfe, es gibt allein 20 Eltern-Kind-Initiativen für diese Altersstufe.“ Aber auch exotische Angebote finden sich in Haidhausen. „Es gibt Mutter-Kind-Cafés wie das ,Solo‘ an der Wörthstraße, offene Krabbelgruppen, Babyschwimmen, Baby-Kurse an der Montessori-Akademie, die vielen Angebote im Kriechbaumhof“, erklärt Michaela Semen, die selbst eine offene Stillgruppe leitet. „Und alles ist um die Ecke.“ Außerdem sei Haidhausen für ein In-Viertel in zentraler Lage immer noch sehr naturnah: „Es gibt wesentlich mehr Grünflächen als beispielsweise im Glockenbachviertel oder im Lehel.“ Doch auch in Au-Haidhausen gibt es für Familien noch einiges zu tun: Weniger Hundedreck an Spielplätzen und bessere Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf würden sich die jungen Mütter wünschen. Damit Au-Haidhausen seine erfreuliche Spitzenposition auch 2010 verteidigen kann. Maren Kowitz

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