Aufstockungspläne beunruhigen die Anwohner

Eine Bauvoranfrage für zwei Anwesen an der Bülow- und Gebelestraße sorgt derzeit für heftige Spekulationen der Bewohner. Sie befürchten eine Luxussanierung und fühlen sich vom Eigentümer ungenügend informiert. Dieser erklärte im Gespräch mit der HALLO-Redaktion, ein Bauantrag auf Dachgeschossausbau und Aufstockung sei eingereicht worden, eine Luxussanierung werde es aber keinesfalls geben.

In den 50er Jahren wurden die Anwesen an der Bülowstraße 10-20 und an der Gebelestraße 11–13 gebaut. „Hübsch, wenn auch einfach, doch mit schönem Garten und alten Bäumen“, stufen die Mieter ihr Domizil ein. Nun bangen sie nicht nur um den grünen Innenhof mit altem Baumbestand, sondern fürchten, das Anwesen werde luxussaniert mit entsprechend hohen Mieten. Per „Flurfunk“ hatte sich das Gerücht verbreitet, die „K&A GbR“, der die Anwesen gehören, wolle den Innenhof platt machen und eine Tiefgarage bauen, zudem Luxuswohnungen im Dachgeschoss an der Gebelestraße errichten und an der Bülowstraße aufstocken, ebenfalls für Luxuswohnungen. Dies trugen die Mieter auch dem Bogenhauser Bezirksausschuss vor, dessen zuständiger Planungsausschuss sich bereits mit der Angelegenheit befasst hatte. Anlass dafür: Ein Bau-Erstantrag der Eigentümer, der „Detlef Alte und Michael Käfer Hausverwaltung K& A Gbr“ auf Dachgeschossausbau im vierstöckigen Anwesen an der Gebelestraße und Aufstockung im dreigeschossigen Haus an der Bülowstraße, sowie den Neubau einer Tiefgarage. Der BA befand, dass sich die Pläne vernünftig anhörten, sich ins Umfeld einpassten und eine Nachverdichtung an dieser Stelle sinnvoll sei. Anders die Mieter, die den grünen Innenhof mit 30 Einzelgaragen erhalten wollen, jahrelange Bautätigkeit fürchten und sich Gedanken darüber machten, wo sie während der Bauzeit ihre Autos abstellen sollen, da die Einzelgaragen abgerissen würden. Der Bauantrag „Wir haben Bauantrag auf Dachgeschossausbau und Aufstockung gestellt. Insgesamt sollen 22 neue Wohnungen entstehen. Wir wollen in diesem Zusammenhang die Häuser aus den 50er Jahren sanieren, eine Luxussanierung ist aber nicht geplant. Die Fassaden sollen schöner werden, auch die Treppenhäuser. Es ist unser Ziel, alles auf den neuesten Stand zu bringen, die Bausubstanz stammt aus den 50er Jahren“, erklärte Miteigentümer Detlef Alte im Gespräch mit der HALLO-Redaktion. „Die Mieter können sich beruhigt zurücklehnen und ihre Wohnung genießen. Es wird keine Luxussanierung. Die Technik, wie Heizung und Lüftung, wird ausgewechselt, alles soll optisch und vom Wohnwert her schöner werden nach heutigem Stand und für die Zukunft“. Auch die Mietpreise würden nach den Baumaßnahmen auf dem gewohnt moderaten Niveau bleiben, betont Detlef Alte. Tiefgarage unverzichtbar Die Tiefgarage sei Bestandteil des Bauantrags und wegen des vorgeschriebenen Stellplatznachweises unverzichtbar. „Ich würde auch lieber das Grün im Innenhof erhalten, ich brauche aber Parkplätze. Nach den Bauarbeiten wird alles wieder begrünt, es wird sich nichts verschlechtern für die Mieter“, so Alte. Informieren werde er, wenn es etwas zu informieren gebe. „Noch ist kein Informationsbedarf vorhanden, ich weiß ja selbst nichts! Der Bauantrag kann mit 55 Änderungspunkten zurückkommen, die wir abarbeiten müssen. Das dauert dann vielleicht acht Monate“, betont Alte. Wenn mit der LBK (Lokalbaukommission) alles abgeklärt sei und man selbst kalkuliert und überlegt habe, was alles gemacht werde, „dann werden die Mieter mit drei Monaten Vorlauf informiert“. Gabriele Mühlthaler

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