Band aus Au

Gsocks mit Hang zu Gstanzln

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In der Au sind sie daheim: Das „Auer Gsox“ spielt Gstanzl und Wirtshauslieder – mittwochs im Schaufenster am Bereiteranger 1 und am 26. April im Café Hüller.

AU Fünf Musiker aus der Au beleben alte Münchner Wirtshauslieder wieder.

Wer mittwochs zur rechten Zeit den Bereiteranger entlangläuft, dem bietet sich ein kurioses Bild: Kontrabass und Klarinette, Quetschn, Geige und Gitarre, dazwischen fünf junge Musiker – alles zusammen in einem Schaufenster. Willkommen im Probenraum vom „Auer Gsox“! Nicht nur der ist ungewöhnlich: Die Band spielt keinen Rock oder Pop, Jazz oder Blues – sie hat sich voll und ganz der bayerischen Wirtshausmusik verschrieben. Wobei ungewöhnlich natürlich relativ ist – waren Gstanzl doch die Kassenschlager des 19. Jahrhunderts. „In den Stücken geht’s ganz oft um die Liebe und ums Trinken“, erzählt Quetschn-Spielerin Liesl, Künstlername Liesl Wea­pon (2. v. re.). Eben das, was die Leute bewegt, damals wie heute. Kostprobe gefällig? „Wer hat uns zum Saufen verführt, wer hat uns zum Saufen verführt? Der himmlische Wirt, der alles regiert, der hat uns zum Saufen verführt, verführt, verführt.“ Ihr Repertoire füllt das „Auer Gsox“ mit Liedern vom bayerischen Heimatpflege-Amt und aus dem „Klampfn-Toni“, ein bairisches Liederbuch. „Wir interpretieren diese Lieder halt a bisserl fetziger“, sagt Liesl.

Kennengelernt haben sich die Musiker bei der Vorstadthochzeit im Hofbräukeller, ein Künstlerfest anno 1905. Das war vor einem Jahr. Im Sommer gründeten sie dann das „Auer Gsox“. Neben Liesl Weapon sind das noch die Schwestern Franzi und Susal Jocham, beide Designerinnen, Lehrerin Petra Schüßler und Schauspieler Guido Drell. Wobei das Gsox nur halb-bayerisch ist: Petra kommt aus Tschechien und Guido gar aus dem hohen Norden, aus Mecklenburg. „Des macht aber nix, wir nehmen auch von denen Volkslieder“, sagt Liesl. Multikulti ist des Gsox also auch noch.

Wirtschaftsweisen, Gstanzl-Gesang: Mit ihrem Repertoire treffen die fünf Münchner einen Nerv. „Man merkt, dass es da grad eine Rückbesinnung zur Tradition gibt, vor allem bei den Jungen“, sagt die 30-jährige Liesl. „Vielleicht finden die Leute auch einen gewissen Halt in der Tradition. Sie sind stolz drauf, Bayern zu sein, und wollen das auch leben.“

Beim „Auer Gsox“ ist das auf jeden Fall so: Ihre Musik machen die fünf nebenberuflich, mit viel Herzblut und zeitintensiven Proben. „Weil’s uns allen viel gibt.“ Zu hören ist das Ergebnis nicht nur Mittwochabend im Probenschaufenster am Bereiteranger 1. Am Sonntag, 26. April, gibt das Gsox ein Gratis-Konzert im Café nebenan (siehe Kasten). Und ein paar Tage vorher, am Freitag, 17. April, sind sie wieder bei der Vorstadthochzeit dabei (www.vorstadthochzeit.de). Stets unterwegs – wie so a Gsocks halt is. Isabel Steffens

Konzert im Café Hüller

Wer das „Auer Gsox“ mal live erleben möchte: Die Band spielt am Sonntag, 26. April, ab 20 Uhr im Café Hüller, Eduard-Schmid-Straße 8. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, aber wie es bei Straßenmusikanten gute Tradition ist, geht ein Hut rum. Weitere Infos online unter www.facebook.com/auergsox.

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