Gans schön laut?

Das Lärm-Konzept – Kulturcafé-Chef weist Anwohner-Kritik zurück

Untergiesings neues Prestigeobjekt polarisiert: Der Besucherandrang ist groß, der Frust der Nachbarn aber auch.
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Untergiesings neues Prestigeobjekt polarisiert: Der Besucherandrang ist groß, der Frust der Nachbarn aber auch. Nun wehrt sich Julian Hahn und seine Kollegen vom Kulturcafé gegen die Lärm-Vorwürfe.

Das „ Kulturcafé Gans woanders“ in Giesing hat erst vor einem Monat eröffnet: Es gab schon einige Beschwerden von Anwohnern wegen Lärm. Nun äußert sich der Betreiber...

  • Das „Kulturcafé Gans woanders“ hat vor einem Monat eröffnet.
  • Das ehemalige Hexenhäusl in München darf bis um 5 Uhr öffnen.
  • Nun weist Kulturcafé-Chef die Anwohner-Kritik zurück...

Update, 16 September: Kulturcafé-Chef Julian Hahn meldet sich nun zu Wort

Untergiesing – Kurz nach der Eröffnung des Kulturcafès „Gans woanders“ hagelte es erste Beschwerden von Anwohnern. Zu Unrecht, wie Julian Hahn, der das Café mit Florian Jund und Philipp Behringer (kl.F. v.l.)betreibt, findet, der sich nun zu Wort meldet. „Wir sprechen gerne mit allen Nachbarn“, sagt Hahn.

„Viele haben schon meine Nummer, damit sie anrufen, wenn es zu laut ist – und das funktioniert.“ In seinen Augen machen er und seine Kollegen alles, um ihnen entgegen zu kommen:

„Wir schließen früher, als wir müssten, beenden Livekonzerte früher – um 21.30 Uhr – und veranstalten sie nicht jeden Tag.“ 

Betreiber Julian Hahn

Ein Umstand, der bei Anwohnern Ärger verursacht hatte: Das KVR hat Öffnungszeiten bis 5 Uhr morgens genehmigt. Nachbarin Katharina Deckert und Mitstreiter wollen die Genehmigung kippen und haben sich an den BA gewandt. Wie dieser dazu entschied, war bis Redaktionsschluss unklar.

„Das basiert auf einem Schallgutachten“, sagt Hahn. „Wir schließen sowieso um Mitternacht.“ Die Genehmigung wollte er, damit keine Strafe fällig wird, wenn Gäste ein paar Minuten nach Mitternacht sitzen bleiben.

Laute Instrumente wie Trommeln erlaubt Hahn nicht mehr. Mit einem Messgerät, so erzählt er, messe er am Gelände die Lautstärke. „Ich tue wirklich alles“, sagt er und fügt hinzu: „Es gab schon Beschwerden, bevor wir eröffnet haben – das ist unsinnig.“

hki

Erstmeldung vom 10. September

Gerade Mal einen Monat lang ist das Hexenhäusl, das jetzt das „Kulturcafé Gans woanders“ ist, in der Pilgersheimer Straße geöffnet – und schon hagelt es Beschwerden. 

Das neue Prestigeobjekt im Viertel scheint zu polarisieren: Für die einen ein lang ersehnter Szenetreff, für die anderen ein Krachfaktor mitten im Wohngebiet. Hunderte Meter lang waren die Schlangen, die sich in den ersten Tagen nach Eröffnung vor dem Kulturcafé gebildet hatten. 

Doch so groß der Besucherandrang ist, so groß ist auch der Frust der Nachbarn. „Mitten in einem Wohngebiet eine Musikbühne unter freiem Himmel zu errichten – das geht doch nicht“, steht für Katahrina Deckert, die direkt nebenan wohnt, fest. 

"Kulturcafé Gans woanders" - Szenetreff oder Krachfaktor?

Gelächter, Gerede und sogar, wenn Bierflaschen in den Kasten gehievt werden – in ihrem Wohnzimmer hört es sich an, als wäre sie mittendrin, berichtet Deckert und spielt eine Handyaufnahme vor. „Das Café ist schön– aber um zehn oder elf muss einfach Schluss ein“, fordert sie. „Ich kann nachts nicht mehr bei offenem Fenster schlafen“, ärgert sie sich. 

Katahrina Deckert wohnt direkt neben dem  Café und ärgert sich über den Lärm am Abend.

Was die Anwohnerin besonders stört: Die Betreiber des KulturcafésJulian Hahn, Florian Jund und Philipp Behringer – haben eine Genehmigung vom KVR, den Außenbereich bis 5 Uhr morgens zu bespielen. Ein entsprechendes Schreiben, das das bestätigt, liegt der Hallo vor. 

In den Augen der Anwohnerin ist das ein echtes Unding – nicht nur wegen der Lärmbelästigung, sondern weil sie das auch anderen Gastronomen gegenüber nicht nachvollziehen kann. „Warum ist bei Gastronomen um die Ecke in der Pilgersheimer- oder Humboldtstraße um 22 oder 23 Uhr Zapfenstreich und hier geht es bis in die Nacht weiter?“ 

Sie hat sich mit mehreren Anwohner zusammengetan und an den Bezirksausschuss gewandt. Julian Hahn und seinen Mitbetreibern ist das Problem offenbar bekannt. Erst kürzlich hatten sie auf der Internetseite eine Veranstaltung abgesagt mit dem Hinweis, man wolle auf die Anwohner Rücksicht nehmen. Für ein Gespräch war Hahn jedoch nicht zu erreichen. 

„Ich bin sicher, die Betreiber werden auf die Anwohner eingehen“, sagt indes der neue BA-Chef Sebastian Weisenburger (Grüne). Forderungen, die verlangen, das Kulturcafé zu schließen, wolle er jedenfalls nicht unterstützen. „Klar ist, dass es kein Partyhaus sein soll“, sagt er aber. Und berichtet: „Mir wurde erzählt, dass es schon erste Beschwerden gab, bevor es überhaupt eröffnet hat.“ 

hki

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