„Alles was ich an euch liebe“

Das Kunstforum Arabellapark zeigt am Freitag, 19. März, um 20 Uhr die durchgedrehte Multikulti-Komödie „Alles, was ich an euch liebe“ – eine politisch völlig unkorrekte, aber äußerst vergnügliche Burleske und zugleich eine ungewöhnliche Parabel auf den Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Leni und ihr Verlobter Rafi haben sich Hals über Kopf ineinander verliebt, und so ist es für die beiden nur der logische nächste Schritt, dass der zukünftige Schwiegersohn den Eltern der Braut vorgestellt wird. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Leni aus einer spanisch-jüdischen Familie stammt und Rafi Palästinenser ist. Insbesondere Lenis Mutter Gloria schwant Böses, denn das Verhältnis zwischen Juden und Palästinensern ist seit jeher von Hass und Totschlag bestimmt, nicht gerade das, was man dem eigenen Töchterchen wünscht. Das alles klärende Abendessen gerät denn auch folgerichtig zu einer einzigen Katastrophe, was aber nicht allein an der Konstellation liegt, sondern auch an Lenis neurotischer Familie und an der Tatsache, dass Rafi aus Versehen, ein Block tiefgefrorener Suppe aus dem Fenster fällt, der den gerade nach Hause zurückkehrenden männlichen Familienvorstand erschlägt, was die nunmehrige Witwe in ihrer schlechten Meinung über die Palästinenser natürlich bestärkt. Aber auch der blinde und stets bewaffnete Großvater – ein Veteran des israelisch-arabischen Krieges von 1948 – Lenis Bruder David, der gerade das orthodoxe Judentum für sich entdeckt hat sowie ihre nymphomane Schwester Tanja sorgen mit ihren Neurosen dafür, dass der Abend vollkommen aus dem Ruder läuft. Leichtigkeit Das große Verdienst des Films ist die Leichtigkeit, mit der das Schwergewicht der politischen Korrektheit einfach im Trubel um „ganz normale“ Familienprobleme untergeht. Es wird frech mit einem schwungvollen Streich zur Seite gefegt, aber nicht unter den Teppich gekehrt. Vielmehr wird deutlich, wie Zugehörigkeiten zu bestimmten Gruppen gerade in Konfliktsituationen instrumentalisiert werden, um Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen vornehmen zu können. Dieses belastete und belastende Thema konsequent in eine Komödie zu verpacken und dabei jegliche Scheu vor Albernheiten abzulegen, zeugt von Mut und Esprit. Der Film war Publikumsliebling beim Internationalen Filmfest von Locarno 2004! Veranstalter ist das Kunstforum Arabellapark der Münchner Stadtbibliothek und Münchner Volkshochschule am Rosenkavalierplatz 16. Karten sind in der Stadtbibliothek Bogenhausen zu den üblichen Öffnungszeiten sowie unter Telefon 92 87 81-0 erhältlich. Das Kinoprogramm entstand in Kooperation mit dem Kino Cadillac & Veranda.

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