"Wir haben nicht locker gelassen"

Herr Pelkowski, was hat dem Bezirksausschuss 2009 Sorgen bereitet?

Günter Pelkowski: Es wird immer schwieriger, die Gratwanderung zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schaffen. Auf der einen Seite freuen wir uns, dass so viele junge Leute zu uns ziehen – das Viertel wird jünger. Auf der anderen Seite müssen wir die Bedürfnisse der angestammten Bevölkerung achten, die sich die teurer werdenden Mieten nicht mehr leisten können. Beschäftigt hat uns auch der Streit um die Moschee. Ich war erschreckt, welche Ausmaße er angenommen hat. Unterschiedlicher Meinung zu sein ist normal, aber es darf nicht beleidigend werden. Gehen Sie trotzdem versöhnt ins neue Jahr? Auf jeden Fall! Die liberale Einstellung der Sendlinger hat mir die Aktion der „Historischen Lerninhalte“ vor Augen geführt. Die weißen Koffer vor den ehemaligen Häusern deportierter Sendlinger Juden war eine doch provokante Form der Darstellung, die die Sendlinger mit großer Offenheit angenommen haben. Was waren für Sie die Meilensteine 2009? Definitiv der Beschluss zum Harras-Umbau, mit dem nächstes Jahr im Oktober endlich begonnen wird. Ein zweiter großer Meilenstein ist der Erhalt der Markthallen in Sendling. Ganz besonders freut mich das neue Sozialbürgerhaus, das an der Meindlstraße gebaut wird – wenn alles gut geht, können wir ab Sommer 2012 dort unsere Sitzungen abhalten. Gleichzeitig soll sich das Haus als Versammlungsort für die Vereine etablieren. Mein ganz persönlicher Höhepunkt ist, dass wir den Sigi-Sommer-Platz verwirklichen konnten – gemeinsam mit den Sendlingern haben wir Stadtviertelpolitiker nicht locker gelassen und konnten den Stadtrat zum Meinungsumschwung bewegen. Unendliche Geschichten – welche gibt es in Sendling? Die Moschee. Der Stadtrat hat die Erstellung eines Bebauungsplans abgesegnet. Die Frage ist jetzt: Wann kann der potentielle Bauherr das Geld aufbringen? Bis dahin sind wir außen vor. Eine unendliche Geschichte, die nächstes Jahr ihren Abschluss finden wird, ist das Wohnungsbauprojekt an der Thalkirchner Straße 190. Die GWG errichtet dort sozial geförderte Wohnungen. Ein wichtiges Projekt, das dieses Jahr ansteht? Das Mehrgenerationenhaus an der Königsdorfer Straße. Wohngruppen für ältere Menschen mit einer Kindertagesstätte sind unter einem Dach geplant – ein Projekt, von dem beide Gruppen profitieren werden. Interview: Daniela Schmitt

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