Jahresvorschau der Viertel-Chefs

Weniger Lärm, mehr Identität und ein schöneres Viertel

Vision: So könnte der St.-Pauls-Platz aussehen.

Die Wiedereröffnung des Gärtnerplatztheaters, Umgestaltungen am Viehhofgeländes und der Neubau des Hauptbahnhofs – im Stadtviertel ist 2017 einiges geplant.

Alexander Miklosy

Alexander Miklosy (Rosa Liste), Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt hat eine lange Liste mit Projekten. Denn es ist viel los im Stadtviertel. „Eines der größten Bauprojekte ist der Umbau am U-Bahnhof Sendlinger Tor“, erklärt er. Im Frühjahr geht es los, über mehrere Jahre hinweg wird der komplette U-Bahnhof modernisiert. Auf die Fahrgäste kommen Einschränkungen wie Umleitungen und Sperrungen zu. Der Verkehr soll teilweise um die Matthäuskirche umgeleitet werden – über weitere Änderungen wird die MVG zeitnah informieren.

Eine weitere Großbaustelle entsteht durch den Neubau des Hauptbahnhofs. Im Herbst haben bereits die Vorarbeiten am Bahnhofsplatz begonnen, demnächst wird unter anderem das Vordach, das sogenannte Schwammerl, abgebaut. 2029 soll der neue Bahnhof fertig sein. Alexander Miklosy wünscht sich, dass der BA bei dem Großprojekt miteinbezogen wird. Ihm geht es dabei vor allem um Themen wie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Auto-Stellplätze oder die Fassadengestaltung. „Wir wollen über die gesamte Bauzeit hinweg mitwirken am neuen Hauptbahnhof“, betont er. „Es ist wichtig, dass auch Rücksicht auf Anwohner im Stadtviertel genommen wird, nicht nur auf Reisende.“

Auch das Südliche Bahnhofsviertel liegt dem BA am Herzen. Miklosys Ziel ist, dessen Identität und Image zu stärken. Dafür müsse der Wohnanteil erhöht werden, erklärt der BA-Chef: „Erst die dort wohnende Bevölkerung wird sich nachhaltig gegen Missstände engagieren“, sagt er, „denn wer nur dort arbeitet, wird sich kaum um die Verhältnisse in seinem Umfeld kümmern.“

Das Planungsreferat der Stadt hat bereits eine Konzeptstudie mit Strategien zur Stärkung des Wohnraums erarbeitet. Außerdem ist es Miklosy ein Anliegen, im Bahnhofsviertel die Aufenthaltsqualität rund um den Bahnhof zu erhöhen und mehr Freiflächen zu schaffen.

Sehr wichtig für das soziale Leben im Viertel ist außerdem der Gärtnerplatz, einer der beliebtesten Treffpunkte der Münchner. 2017 sollen dort die Konfliktvermittler vom allparteilichen Konfliktmanagemen (AKIM) wieder im Einsatz sein. Seit 2014 vermitteln die Sozialpädagogen zwischen Anwohnern, Geschäftsleuten und Feiernden. Angegangen werden soll ebenfalls das Toilettenproblem am Platz: Miklosy zieht für öffentliche Sanitäranlagen die Klenzestraße in Erwägung. Natürlich wird am Gärtnerplatz auch der Spaß nicht zu kurz kommen: „Im Juli wird es wieder unser beliebtes Gärtnerplatzfest geben“, kündigt der BA-Chef an.

Grund zur Freude: In der Isarvorstadt soll im Herbst das Gärtnerplatztheater wiedereröffnen.

In der Isarvorstadt gibt es im Herbst einen weiteren Grund zu feiern: Nach über fünf Jahren Bauzeit wird das renovierte Gärtnerplatztheater eröffnet – knapp ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Über andere Partys dagegen sind viele Viertelbewohner weniger erfreut: Sie klagen über ständig zunehmenden Lärm in der Müllerstraße. Hinzu kommt die Ausweitung der Feierbanane in die angrenzenden Straßen im Glockenbachviertel. Miklosy plant deshalb in Zusammenarbeit mit dem BA Altstadt-Lehel einen Runden Tisch mit Wirten, Anwohnern, Bezirksinspektion, Polizei, Politikern und Kreisverwaltungsreferat. „Idealerweise soll das noch vor der Hauptsaison der Feiernden, also gleich im Frühjahr stattfinden“, sagt er.

Vorangehen soll es 2017 außerdem mit dem Umzug des Volkstheaters auf das Viehhofgelände. Der Neubau und die Vergabe des Projekts an einen Generalunternehmer ist beschossene Sache. Der Generalunternehmer wird bei einer Ausschreibung im Februar vermittelt werden. Im Laufe des Frühjahrs stehen dann die Eckdaten für das zukünftige Volkstheater fest. „Unser Anliegen, dass im Zuge des Neubaus auch das gesamte Viehhofgelände überplant wird, wurde erhört“, berichtet Miklosy erfreut.

Bis es soweit ist, finden dort weiterhin Zwischennutzungen wie das Viehhofkino statt.

Vision: So könnte der St.-Pauls-Platz aussehen.

In der Planung ist außerdem in der Ludwigsvorstadt die Umgestaltung des St.-Pauls-Platzes. Vergangenes Jahr gab es bereits eine Bürgerbeteiligung zu dem Projekt. Derzeit wartet der Bezirksausschuss auf detaillierte Pläne vom Baureferat. Fest steht, dass die Aufenthaltsqualität erhöht werden und die Kirche besser zur Geltung kommen soll. Dafür fallen aber wohl einige Parkplätze weg. Alexander Miklosy hat Verständnis dafür: „Es ist vernünftiger, eine großzügige Planung nicht nur im Interesse des Individualverkehrs zu erarbeiten.“ Start der Umgestaltung soll dieses Jahr im Herbst sein.

Vanessa Hahn

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