Insekten in Gefahr: Bei Minusgraden wurden auf der Stemmerwiese Deckel der Stöcke entfernt

Randale am Bienenstock

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Imker Andreas Bock (Titelbild) ist geschockt: Unbekannte haben nachts die Deckel seiner Bienenstöcke auf der Stemmerwiese entfernt – bei Minusgraden! Der Tod für viele Bienen – und ein „Angriff auf meine Existenz“, sagt Bock. Mehr zu der fiesen Attacke auf, lesen Sie hier.

„Wer macht so etwas?“, fragt sich Imker Andreas Bock (Foto): Unbekannte haben seine Bienenstöcke auf der Stemmerwiese angegriffen.

Imker Andreas Bock ist noch immer fassungslos.„Wer tut meinen Bienen so etwas an?“, fragt er sich. In den vergangenen Tagen wollten Unbekannte dem Schwarm auf der Stemmerwiese anscheinend mutwillig Schaden zufügen: Sie entfernten in der Nacht die Deckel der Bienenstöcke. „Bei diesen Temperaturen können die Bienen schnell erfrieren, wenn die Deckel geöffnet werden.“ Bei Minusgraden längere Zeit der Kälte ausgesetzt zu sein führe für die Insekten zu enormen Stress, schlimmstenfalls zum Tod. „Die Deckel mussten so schnell wie möglich wieder auf die Stöcke“, erklärt Bock. 

Das Problem: Der Imker war verreist, hätte niemals schnell genug vor Ort sein können. Doch Bock hatte Glück, denn durch die Hilfe der Anwohner an der Stemmerwiese konnte Schlimmeres verhindert werden. „Eine aufmerksame Nachbarin wunderte sich darüber, dass die Deckel der großen Holzkisten, in denen sich die Waben befinden, entfernt worden waren und neben den Stöcken auf dem Boden lagen“ erzählt Bock. Als sie den Imker dann nicht vor Ort entdecken konnte, ahnte die Sendlingerin, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und rief ihn an. „Ihr beherztes Eingreifen war die Rettung für die Bienen“, berichtet der Imker. Mit den Bienen verdient Bock seit geraumer Zeit seinen Lebensunterhalt. Im Münchner Stadtgebiet pflegt er insgesamt drei Bienenstände, einen davon auf der Stemmerwiese in Sendling. „Der Bienenstand hier besteht bereits seit fünf Jahren“, berichtet er. Trotz anfänglicher Skepsis gab es in der Nachbarschaft nie Probleme – mittlerweile schätzen die Sendlinger Bocks Bienenstand und die emsigen Honigsammler sehr. Vor einiger Zeit habe es schon einmal Vorfälle mit umgeworfenen Bienenstöcken gegeben: „Vor zwei Jahren wurden in der Nacht zwei Stöcke umgeworfen, Wochen später starb dann die Königin“, berichtet Bock. Damals schreibt er den Vorfall als „Tribut an die Großstadt“ ab.

Diesmal schockiert ihn, dass der Angreifer den Anschlag anscheinend gezielt auf seine Bienenstöcke ausgeübt haben muss: „Das Vorgehen, die Deckel der Stöcke zu entfernen und die Bienen dem Kältetod auszusetzen, deutet darauf hin, dass jemand geplant hat, mir und meinen Bienen mutwillig Schaden zuzufügen. Das ist kein großstädtischer Vandalismus oder jugendlicher Leichtsinn, das ist ein gezielter Anschlag auf mich und den Schwarm“, kommentiert der Imker traurig.

Mittlerweile konnte er sich vor Ort überzeugen, dass es seinen Bienen nun wieder gut geht. „Der Schaden hält sich zum Glück in Grenzen“, sagt er. Das sei vor allem dem beherzten Eingreifen der Anwohner zu verdanken. „Wenn wir nicht alle gemeinsam so schnell gehandelt hätten, wäre vielleicht mein komplettes Bienenvolk zerstört gewesen, ein Schaden von mehreren tausend Euro“, so Bock. Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, richtet er einen Aufruf an die Sendlinger Bürger: „Wenn jemand am vergangenen Wochenende etwas Ungewöhnliches bei meinen Bienenstöcken auf der Stemmerwiese beobachtet hat, bitte ich darum, mich oder die Polizei zu kontaktieren.“ vha

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