Das Ende des Schusswechsels?

Nach zehn Jahren Streit um Schießstand-Umbau: Stadt entscheidet über zwei Millionen Euro Zuschuss

Der Schützenverein Hubertus möchte seinen Schießstand umbauen und damit den Lärm reduzieren. Das Areal in Unterdill umfasst etwa 11 Hektar.
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Der Schützenverein Hubertus möchte seinen Schießstand umbauen und damit den Lärm reduzieren. Das Areal in Unterdill umfasst etwa 11 Hektar.

München, Forstenried: Der Schützenverein Hubertus und eine Bürgerinitiative streiten seit mehr als zehn Jahren über den Umbau der Schießanlage in Unterdill. Jetzt könnte die finale Entscheidung fallen

  • Schützenverein Hubertus möchte seine Schießanlage in Unterdill umbauen. Das Landratsamt hatte das Vorhaben 2017 genehmigt.
  • Eine Bürgerinitiative kämpft seit Beginn der Pläne gegen den Umbau.
  • Der Sportausschuss des Stadtrates soll am 1. Juli über einen Zuschuss und ein Darlehen für das Vorhaben entscheiden.

Forstenried - Der Schießstand des Schützenvereins Hubertus in Unterdill soll saniert werden. Seit 2009 streiten deshalb die Bürgerinitiative (BI) „Forstenrieder Park ohne Schießanlage“ und der Verein.

Schießanlage Unterdill am Forstenrieder Park: Baukosten sind explodiert

Die Baukosten sind inzwischen explodiert: von knapp drei auf 7,5 Millionen Euro. Der Sportausschuss des Stadtrates soll nun am Mittwoch, 1. Juli, über einen Zwei-Millionen-Zuschuss und etwa 700 000 Euro als zinsloses Darlehen  für das Projekt entscheiden.

Die BI beurteilt diese Summe in Zeiten der wirtschaftlichen Folgen von Corona kritisch. „Wir fragen uns, ob eine Förderung in dieser Höhe zugunsten eines kleinen Vereins in Zeiten von Corona sachgerecht sein kann“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der BI.

Bürgerinitiative hatte 13000 Unterschriften gegen den Schießstand-Umbau gesammelt

 „Wir schauen weiter genau hin, so dass die Beeinträchtigung für die Nachbarn möglichst klein ist“, sagt Roman Bauer, Vorsitzender der BI, die vor zehn Jahren knapp 13 000 Unterschriften gegen den Umbau gesammelt hatte. Die Anwohner stören sich vor allem an der Lärmbelästigung.

410 aktive Mitglieder zählt der Verein Hubertus, der seit 1925 in Unterdill schießt. Zu den Streitigkeiten kommuniziert der Vorstand nur über seinen Anwalt, Benno Ziegler: „Die Bürgerinitiative versucht, die Beschlussfassung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Was ich nicht wirklich verstehe, weil sich mein Mandant zusammen mit dem BA und der Bürgerinitiative das Konzept überlegt hat.“

Forstenried: Streit zwischen Verein und Bürgerinitiative sollte bei Rundem Tisch geklärt werden

Bereits vor sechs Jahren sollte ein Runder Tisch die Fehde final klären – eigentlich: Die Parteien beschuldigen sich gegenseitig, im Nachgang nicht den Vereinbarungen gefolgt zu sein.

Am 1. Juli trifft sich der Sportausschuss, der nun das letzte Wort im Streit haben könnte. Dort soll der Beschluss zum Zuschuss und Darlehen gefasst werden. Zweimal wurde dieser bereits vertagt. Die Fraktionen hatten sich mehr Zeit zur Befassung erbeten, teilt ein Sprecher des Sportreferates auf Anfrage mit. Das Referat werde eine Bewilligung der Förderung aber vorschlagen.

Sophia Oberhuber

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