Zweifacher Nachwuchs bei den Alpensteinböcken im Tierpark Hellabrunn

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Kleines quakendes Gespann

Entenfamilie auf Abwegen: Kräuterkasten auf Balkon wird zum Nistplatz

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Klein, flauschig – und ausgebrütet auf einem Münchner Balkon.

Vom Gewässer, durch die Stadt, über ein Haus mit vier Stockwerken, um dann im ersten Stock zu landen: Welchen Nistplatz diese Entenmama wählte, verdutzte eine Familie aus Thalkirchen sehr...

Thalkirchen – Als im Jahr 2018 das erste Mal eine Ente auf ihrem Balkon brüten wollte, dachte Familie Spießl noch an einen verrückten Zufall. Im April 2019 war dann klar: Ihr Kräuterkasten in der Höllriegelskreuther Straße wurde zum Entenzuhause auf Zeit auserkoren.

Vor knapp einem Jahr erschien das erste Mal eine Ente auf dem Balkon der vierköpfigen Familie. Wie sie sich dorthin verirren konnte, ist Opa Gunnar Eckardt nicht klar: „Sie muss über ein Haus mit vier Stockwerken und dann wieder runter in den ersten Stock geflogen sein.“ Der 84-Jährige schüttelt ungläubig den Kopf. 

Dreimal hätte seine Stieftochter Brigitte Spießl versucht, den Vogel zu verscheuchen. Ohne Erfolg: Als die Ente schließlich ein Ei legte, erhielt sie „Mutterschutz“. 25 Tage lang brütete sie neun Eier aus und wurde dabei von Familie Spießl versorgt. Als acht kleine Küken schlüpften, wurde die ganze Entenfamilie in einen Karton gepackt und am Hinterbrühler See frei gelassen. „Ein einmaliges Erlebnis“, dachte Eckardt. 

Geschichte war offenbar kein Einzelfall

Gunnar Eckardt kümmmerte sich zusammen mit seiner Stieftochter und ihrer Familie um Ente Berta und ihren Nachwuchs.

Weit gefehlt. April 2019: Wieder taucht eine Ente auf dem kleinen Balkon auf und besetzte den Kräuterkasten. „Ob es dieselbe Ente war oder ob die Vorjährige den Tipp weitergegeben hatte, war natürlich nicht feststellbar“, sagt Eckardt. Getauft wurde der Vogel auf den Namen Berta. 

Im Laufe von zwei Wochen legte Berta 14 Eier. „Der Balkon ist so klein, aber sie hat sich überhaupt nicht stören lassen.“ Als die Küken schlüpften, begann die gleiche Prozedur wie im Jahr zuvor: Die Entenfamilie in einen Karton packen und dieses Mal am Isarkanal frei lassen.

Doch es gab zwei Ausreißer. Sie kletterten über die Balkonbrüstung und landeten im Garten. „Nach Stunden der Suche haben wir sie gefunden, eingefangen, gekuschelt, gewärmt und eine Nacht behalten.“

 Ein Zuhause haben die zwei kleinen Küken im Tierheim Starnberg gefunden. Familie Spießl ist schon gespannt, welcher Entenfamilie sie nächstes Jahr Unterschlupf gewähren wird.

Sophia Oberhuber

„Balkon ist kein Problem“

Laut Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz ist „eine Entenbrut auf dem Balkon unproblematisch“. In München passiere das vermehrt, weil der natürliche Brutraum am Wasser zumeist von Menschen belegt sei. 

„Wichtig ist, dass die Kleinen innerhalb eines Tages von der Mutter ans Wasser gebracht werden.“ Füttern müsse man die Entenmama nicht.

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