Tennis-Schock: Servus, 1.Bundesliga

Großhesselohes Nummer eins, Joachim Johansson, wird wohl eine weitere Saison an der Isar spielen – auch in der zweiten Liga.

München

Sie haben erreicht, wovon andere deutsche Tennisspieler nur träumen können: Die Mitglieder der Herrenmannschaft des TC Großhesselohe haben den Aufstieg in die erste Bundesliga geschafft. Doch die Freude darüber währte nur kurz – dann kam der Schock: Das Aufstiegsrecht kann nicht in Anspruch genommen werden, teilte der Präsident in einem Schreiben an die Clubmiglieder mit. Hauptgrund: „Finanziell ist das ohne einen großen Sponsor nicht zu stemmen“, erklärt Pressesprecher Sebastian Hepp. Diesen Mäzen zu finden – unwahrscheinlich. Denn Zeit bleibt nur noch bis 30. September. „Dann müssen wir die Mannschaft melden.“ Eine Mannschaft, die zwar traurig über die verpasste Chance ist, den Verein aber versteht. Schließlich müsse sinnvoll gewirtschaftet werden, ließ Trainer Karsten Schulz verlauten. Verständnis kommt auch vom Nachbarverein, dem TC Grün-Weiß Luitpoldpark. Dort hat man eine sehr erfolgreiche Damenmannschaft, die in der zweiten Bundesliga spielt. Ein Aufstieg wird gar nicht erst angestrebt, „weil die erste Liga jeder Sinnhaftigkeit entbehrt“, sagt Präsident Jochen Laas. „Um dort bestehen zu können, muss man Ausländer einkaufen. Wir möchten aber dem Publikum lieber Spiele mit deutschem Nachwuchs präsentieren“, so der Präsident. Außerdem sei die erste Liga finanziell viel zu teuer – Jochen Laas schätzt die Kosten auf rund 200 000 Euro aufwärts. Solche Summen könnten im Sport eigentlich nur investiert werden, wenn Sponsoren eingreifen oder immense Mitgliedsbeiträge fließen würden. Dies sei zwar bei zahlreichen Vereinen in der Landeshauptstadt der Fall (siehe Kasten), nicht aber bei Münchner Tennisclubs. Zuletzt spielten bei Luitpoldpark 1974 die Herren erstklassig – „der Fortbestand in der Liga scheiterte schon damals an den finanziellen Möglichkeiten“, merkt der Präsident an. Bei Großhesselohe versucht man nun, das Positive im Aufstiegs-Verzicht zu sehen. In der ersten Liga hätten nur vier Spieler antreten dürfen – jetzt können sechs dabei sein. „Somit wären die, die in der vergangenen Saison die meisten Punkte geholt haben, rausgefallen“, sagt Sebastian Hepp. Die eigentliche Stärke des Teams bildeten die „hinteren Spieler“. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Die Spitzenspieler Joachim Johansson, einst unter den besten Zehn der Welt, und Mathias Bachinger werden wohl weiter bei Großhesselohe bleiben – auch in der zweiten Liga. Tanja Bitterer Fußball, Schach und Hockey – hier spielt München ganz oben Zwar spielt derzeit kein einziges Tennisteam in München in der ersten Liga – wohl aber Mannschaften zahlreicher anderer Sportvereine. Allen voran der FC Bayern München: Dort laufen nicht nur die Fußballer in der ersten Bundesliga auf, sondern auch die Kunstturner und die Schachspieler. Erst-Liga-Sport wird Interessierten auch vom Football-Team der AFC Munich Cowboys präsentiert, und auch der Billard-Sportverein München, dessen Saison am 18. September beginnt, ist mit seinen Herren schon ganz oben. Mannschaften für die erste Liga stellen zudem der HLC Rot-Weiß München 1932 (Hallenhockey, Herren), die RSG Olympiapark München (Radsport, Herren U23), der SC München-Solln (Squash, Damen), der Süddeutsche Tauchclub (Unterwasserrugby, Herren), der TSV Forstenried-München (Elektro-Rollstuhl-Hockey, Damen und Herren), der TSV München-Großhadern (Judo, Damen und Herren), der TSV München-Milbertshofen (Rollstuhl-Rugby, Damen und Herren), der USC Rollstuhlsport (Rollstuhlbasketball, Damen und Herren), der Werfer-Club 95 München (Rasenkraftsport, Herren), der ESV Sportfreunde München-Neuaubing (Kraftdreikampf, Herren) sowie die Schützenvereine Kgl. priv. FSG „Der Bund“ (Sportschießen/Luftgewehr, Damen und Herren) und die Kgl. priv. Hsg 1406 (Sportschießen/Luftgewehr, Damen und Herren).

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