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Sucht-Hotline braucht Mitarbeiter ‒ Beratungs- und Therapiezentrum „Tal 19“ am Harras sucht dringend Helfer

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Von: Theresa Reich

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7500 Anrufe erhält die Münchner Suchthilfe am Harras jährlich.
7500 Anrufe erhält die Münchner Suchthilfe am Harras jährlich. © Münchner Suchthotline

Die Sucht-Hotline am Harras „Tal 19“ sucht ehrenamtliche Helfer. Sie ist eine erste Anlaufstelle für Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder sonstigen Problemen sowie deren Angehörige.

SENDLING „Für Abhängige war das Suchtmittel im Lockdown ein Halt“, schätzt Christoph-Peter Teich, Sozialpädagoge und Leiter der Beratung „Tal 19“ am Harras. „Aber jetzt, mit zunehmender Lockerung, wollen die Menschen etwas verändern.“

Vermutlich deshalb häufen sich gerade im Beratungs- und Therapiezentrum an der Albert-Roßhaupter-Straße 19, die Anrufe – aber die 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind zu wenig.

Teichs Appell: „Wir brauchen dringend Verstärkung. Es ist gerade schwierig, Ehrenamtliche zu finden. Viele sind in der Ukrainehilfe oder bei der Münchner Tafel eingebunden.“

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Jede halbe Stunde klingelt das Telefon oder es landet eine neue Anfrage im E-Mail-Postfach. Warum sich die Anrufenden melden, habe unterschiedliche Gründe. „Manche Anrufer wollen sich nur über den nächsten Kurs für anonyme Alkoholiker informieren. Andere haben Selbstmordgedanken.“

Christoph-Peter Teich, Sozialpädagoge und Leiter der Beratung „Tal 19“ am Harras.
Christoph-Peter Teich, Sozialpädagoge und Leiter der Beratung „Tal 19“ am Harras. © privat

Gerade in solchen Fällen sei es besonders wichtig sich für den Anrufenden Zeit zu nehmen. Da kann ein Telefonat auch länger dauern.

Die Sucht-Hotline „Tal 19“ am Harras sucht dringend ehrenamtliche Helfer

Häufig zwingen sie außerdem äußere Einflüsse dazu zum Hörer zu greifen: „Entweder macht der Partner oder der Arzt Druck. Der Arbeitsplatz ist gefährdet. Die Kinder sollen aus dem Umfeld des Suchtkranken genommen werden. Der Gerichtsvollzieher sperrt die Konten oder der Führerschein ist in Gefahr.“

Teich ergänzt: „Wir wollen nicht retten. Wir wollen klären. In den Gesprächen behandeln wir die Frage: Wo will die Person im Leben hin und welche Schritte muss sie dafür unternehmen?“

Beratungs- und Therapiezentrum „Tal 19“ am Harras.
Beratungs- und Therapiezentrum „Tal 19“ am Harras. © privat

Besondere Qualifikationen müssen die Helfer nicht mitbringen. „Sie sollten aber offen sein für fremde Lebensentwürfe und die Menschen nicht zu anderen missionieren“, erklärt der Sozialpädagoge.

Jeder Mitarbeiter erhält zu Beginn eine Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer, die an zehn Abenden von 18 bis 20.30 Uhr und zwei Wochenenden stattfindet. Geleitet wird die Einführung von Sozialpädagogen. Der nächste Kurs startet am 13. Oktober. Schon jetzt beginnen die Bewerbungsgespräche.

Wer Hilfe sucht oder helfen möchte

Die Sucht-Hotline ist eine erste Anlaufstelle für Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder sonstigen Suchtproblemen sowie deren Angehörige. Mitarbeiter sind rund um die Uhr unter Telefon 28 28 22 oder per E-Mail an kontakt@suchthotline.info zu erreichen. Wer unterstützen möchte, meldet sich unter 0173 5 67 28 53 oder unter teich@tal19.de. Weitere Infos auf www.suchthotline.info

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