Kurioses aus der Bücherei

Tag der Bibliotheken - Zehn spannende und kuriose Zahlen zur Münchner Stadtbibliothek

Die Münchner Stadtbibliothek in Sendling
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Die Münchner Stadtbibliothek in Sendling
  • Daniela Borsutzky
    VonDaniela Borsutzky
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Rechtzeitig zum „Tag der Bibliotheken“ hat die Interimsbibliothek in Sendling eröffnet. Aus diesem Anlass hat uns die neue Leiterin Birgit Wimmer zehn spannende und kuriose Zahlen über die Münchner Stadtbibliotheken erzählt:

MÜNCHEN Birgit Wimmer ist die neue Leiterin der Stadtbibliothek im HP8, die jetzt an der Hans-Preißinger-Straße in Sendling eröffnet hat. An dem Interimsstandort ist ein Teil der Gasteig-Bibliothek untergebracht, ein anderer Teil ist ins Motorama an der Rosenheimer Straße umgezogen.

Zum Bibliothekssystem der Stadt gehören noch 21 weitere Filialen in den Stadtvierteln, außerdem die Juristische Bibliothek im Rathaus, die Monacensia im Hildebrandhaus, sechs Krankenhausbibliotheken, fünf Bücherbusse und zwei mobile Mediendienste.

Zum „Tag der Bibliotheken“ am Sonntag, 24. Oktober, hat Wimmer uns zehn spannende Zahlen zu den Münchner Stadtbibliotheken verraten – und welchen Bestseller sie, im Gegensatz zu sehr vielen Münchnern, nicht gelesen hat.

Birgit Wimmer ist die neue Leiterin der Münchner Stadtbibliothek im HP8

Birgit Wimmer (40) über die Stadtbibliothek München

1477 erschien das älteste Buch, das heute im Bestand der Stadtbibliotheken ist: „Super Primo Libro Decretalium“ von Antonius Butrio. Es befindet sich im Magazin, das aktuell nach Oberschleißheim ausgelagert wurde, und darf nur im Lesesaal der Monacensia angeschaut werden.

112 Stunden die Woche soll die Stadtbibliothek im HP8 künftig geöffnet haben. Noch sind wir bei 50 Stunden. Nach dem Prinzip der „Open Library“ ist ganz früh und ganz spät nicht zwingend Personal vor Ort, aber die Besucher können trotzdem stöbern und arbeiten.

1,9 Kilometer ergeben die 120 000 Musiknotenbände im Bestand aufeinandergestapelt. Das ist in Luftlinie genau die die Hälfte der Strecke zwischen Gasteig und HP8.

1987 Seit diesem Jahr wird unsere älteste CD ausgeliehen, bislang 498 Mal: Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“. Die beliebteste CD ist „Before the flood“ von Bob Dylan (586 Mal), nur eine Ausleihe weniger hat „Dire Straits“ von den Dire Straits. Dicht gefolgt von „Wish you were here“ von Pink Floyd (574 Mal). Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr ein Streaming-Angebot machen können. Aber es lohnt sich schon noch, Musikscheiben ausleihbar zu machen, es gibt viele Liebhaber. 

8 Jahre wäre man beschäftigt, wenn man in jede der 14 000-CDs, die es im HP8 gibt, nur fünf Minuten reinhören würde. Das ist länger, als die Sanierung des Gasteigs dauern soll – nämlich etwa fünf Jahre.

150 Steckdosen haben wir im HP8. Laptop und Co. können also mit Strom versorgt werden. 

442 mal wurde „Darm mit Charme“ von Giulia Enders 2020 ausgeliehen. In der Kategorie „Sachbuch“ war es der Bestseller. Mit Abstand am beliebtesten sind aber „Gregs Tagebücher“ von Jeff Kinney. Der Teil „Alles Käse“ wurde 2019 4946 mal ausgeliehen, 2020 2877 mal. Ich verschenke die Tagebücher regelmäßig an meine drei Neffen. Sie sind ein guter Leseeinstieg, gerade für Jungs.

0 Bücher von Rita Falk habe ich gelesen. Im Bereich „Belletristik“ war „Guglhupfgeschwader“ mit 1350 Ausleihen im vergangenen Jahr am beliebtesten. Regionalkrimis laufen insgesamt sehr gut – ich persönlich mag sie aber weniger. Eines meiner Lieblingsbücher ist „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood. 

1800 Quadratmeter ist die Bibliothek im HP8 groß. Wir haben hier 60 000 Medien. 30 000 befinden sich in der Musikabteilung und davon sind 15 000 Scheiben, also CDs oder DVDs. Außerdem haben wir 33 neue Regale und 26 Tröge – das sind Module, in denen wir unsere Medien zu aktuellen Themen präsentieren können. 

36.500 neue Nutzer hatten wir im Jahr 2020. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden weniger physische Medien ausgeliehen als in den Jahren zuvor. Dafür ging es bei den E-Medien nach oben, hier hatten wir 20 Prozent Zuwachs zu verzeichnen. Außerdem gab es 40 Prozent mehr Zugriffe auf Datenbanken wie beispielsweise Statista, PressReader oder das Munzinger Wissensportal.

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