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Debatte um Münchner Sommerstraßen ‒ Lokalpolitiker in Sendling wollen Konzept komplett ändern

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Welcher Bereich in Sendling zur sogenannte Sommerstraße 2023 umgewandelt wird?
Welcher Bereich in Sendling zur sogenannte Sommerstraße 2023 umgewandelt wird? Aus der Sicht des BA wäre der Gotzinger Platz ein mögliches Gebiet für die Sommerstraße. Auf der Liste stehen außerdem die Schmied-Kochel-Straße und die Schöttlstraße. © Daria Gontscharowa

In Sendling debattieren die Lokalpolitiker über die Dauer, die Orte sowie das Konzept der Sommerstraßen. Wo die Aktion in diesem Jahr stattfinden soll...

München/Sendling ‒ Für eine emotionsgeladene Diskussionsrunde sorgte die Frage, welche Areale im sechsten Stadtbezirk zur sogenannten Sommerstraße 2023 umgewandelt werden sollen.

In der jüngsten Sitzung des Sendlinger BA mussten die Lokalpolitiker ihre endgültige Entscheidung darüber treffen, da der Vorschlag über drei mögliche Sommerstraßen bis Ende Januar beim Mobilitätsreferat eingereicht werden muss.

Das Referat wird seinerseits nachprüfen, welche Straßen am besten dafür geeignet sind. Die Auswahl soll spätestens Ende März erfolgen.

Dauer, Orte und Inhalte - Diskussion in Sendling um Münchner Sommerstraßen

Susanne Gerlach (Grüne) hat die Wunschliste der Grünen in folgender Reihenfolge vorgestellt: der Gotzinger Platz, die Schmied-Kochel-Straße und die Schöttlstraße, die bereits 2022 als Sommerstraße in Mittersendling galt.

BA-Chef Markus Lutz (SPD) sagte, dass die SPD den Vorschlag unterstützen würde, jedoch mit Priorisierung der Schöttlstraße. „Die Nutzung der Schöttlstraße als verkehrsberuhigte Sommerstraße 2022 hat gezeigt, dass der Ort gut dafür geeignet ist und die Anwohner viel Spaß an diesem Konzept haben“, erläuterte Lutz.

CSU-Lokalpolitiker plädiert für ein neues Konzept

Ganz aus der Reihe tanzte die CSU. Die Fraktion wollte nicht nur ein anderes Gebiet in die Sommerstraße umwandeln, sondern auch das ganze Konzept der Sommerstraßen ändern.

„Wir halten es für sinnvoll, das Angebot zu komprimieren und anstatt über zwölf Wochen nur in den Sommerferien laufen lassen. Die Gesamtzahl der Aktivitäten soll aber unverändert bleiben“, sagte Andreas Lorenz (CSU).

Er unterstrich, dass die Partei die Sperrung von Straßen über mehrere Wochen aus verkehrlichen Gründen nicht für zielführen halte.

Darüber hinaus wolle die CSU mehr Kulturveranstaltungen im Rahmen der Aktion stattfinden lassen und plädierte dafür, „die Federführung des Projektes ans Kulturreferat zu delegieren“. Ein idealer Ort für die Durchführung der Aktion sei aus der Sicht der CSU der Herzog-Ernst-Platz.

Laut Umfrage: Anwohner wollen Aktion verlängern

Der Vorschlag fand dennoch keinen einzigen Unterstützer. „Das Konzept der Sommerstraßen hat sich gut bewährt. Es wäre sehr schade, wenn wir es ändern“, sagte Gerlach.

Außerdem betonte sie, die Anwohner wünschten sich einer Straßenumfrage zufolge sogar eine Verlängerung der Aktion. „Wenn die Sommerstraße ausschließlich in den Ferien stattfindet, geht die Aktion an mehreren Bürgern vorbei, da viele im Urlaub sind“, gab Dilek Bilenler (SPD) zu bedenken.

Nach der Abstimmung über die möglichen Sommerstraßen wurde die Liste der Grünen mehrheitlich angenommen, ergo mit dem Gotzinger Platz als priorisiertes Gebiet.

Sommerstraßen: Platz zum Spielen und Flanieren

Sommerstraßen sollen zusätzliche Bereiche für Aufenthalt, Begegnung und Spiel in der Nähe des eigenen Wohnorts bieten. Bei der Gestaltung der Straßen gibt es zwei Möglichkeiten: Spielstraßen oder verkehrsberuhigte Bereiche. Bei Spielstraßen sind für mehrere Wochen keine Fahrzeuge auf der Fläche zugelassen, auch Parken ist hier in dieser Zeit nicht möglich. Die Fläche steht daher ganz dem Aufenthalt und der Erholung zur Verfügung. Diese Bereiche bieten gerade Kindern in den Sommerferien zusätzlichen Raum. In temporären verkehrsberuhigten Bereichen dürfen wiederum alle Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn benutzen. Fußgänger haben allerdings Vorrang und Fahrzeuge fahren in Schrittgeschwindigkeit. In diesen Gebieten soll der Fokus auf einer anderen Aufteilung des Straßenraums zugunsten von Fußgängern und Radfahrenden liegen.

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