„Unsere Zwillinge geben mir Kraft“

Tragischer Todesfall: TSV veranstaltet Benefizspiel zu Ehren von Mario Falcan

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Andjelka Hadzibabic mit den Zwillingen Teo und Leo.

Solln/Giesing - Es war ein Schock für Andjelka Hadzibabics: Ihr Mann brach bei einem Fußballspiel zusammen und starb wenig später im Krankenhaus - Zugunsten seiner Familie veranstaltet sein Verein jetzt ein Benefizspiel

Es war eine Nachricht, die Andjelka Hadzi­babics Leben von einer Sekunde auf die andere komplett verändert hat. „Mario ist im Krankenhaus, irgendwas stimmt nicht, er ist beim Fußballspiel bewusstlos geworden... Du musst kommen, schnell.“ – es geht um Andjelka Hadzibabics Mann, Mario Falcan. Nur etwa eine Stunde zuvor war der 43-Jährige nach Solln aufgebrochen. Dort spielt er seit Jahren beim TSV, trainiert die Zweite Mannschaft der Herren. Andjelka Hadzibabic bleibt daheim in Giesing – mit den gemeinsamen Söhnen, Zwillinge, kein halbes Jahr alt. „Ich sehe noch genau vor mir, wie Mario aus der Tür geht, ‚ich bin in zwei, drei Stunden wieder zurück’ ruft“, erzählt sie. Doch: Mario Falcan kehrt nicht zurück. Auf dem Spielfeld bricht er zusammen, wird bewusstlos, muss reanimiert werden. Wenige Tage später erliegt er im Klinikum Großhadern den Folgeschäden eines Hirnschlags – dort wo wenige Monate zuvor seine beiden Söhne das Licht der Welt erblickt haben.

Das Foto zeigt die glückliche Familie zu viert, wenige Tage vor dem tragischen Tod von Papa Mario.

Doch Zeit zum Trauern blieb Hadzi­babic nicht. „Mit Marios Tod wurde mir der Boden unter den Füßen weggerissen“, sagt sie. „Doch ich wusste, jetzt muss ich für meine beiden Kleinen da sein, muss funktionieren – alleine, ohne Mario.“ Gut ein Jahr ist seit dem tragischen Ereignis vergangen, ein Jahr in dem Andjelka Hadzibabic ohne ihren Mario den Alltag bewältigen muss, ein Jahr in dem Leo und Teo schon ohne ihren Papa aufwachsen. Für die kleine Familie keine leichte Zeit, auch weil oft das Geld knapp ist. „Leo und Teo bekommen Halbwaisenrente“, erzählt die Giesingerin. Trotzdem fehlt es an allen Ecken und Enden, besonders in einer so teuren Stadt wie München.

Bei einem Benefizspiel auf dem Gelände des TSV Solln – dort, wo sich im Mai 2017 die tragischen Szenen abgespielt haben – treffen am Wochenende der TSV Solln und die Spielvereinigung Unterhaching aufeinander. Der Erlös kommt Andjelka Hadzibabic und ihren beiden Jungs zugute.

Seit einem Jahr lebt Hadzibabics Mutter bei den Dreien, auch Freunde und Nachbarn helfen wo immer es geht. Doch: Andjelka Hadzibabic möchte wieder arbeiten. Eigentlich hätte sie nach der Geburt drei Jahre zuhause bleiben wollen. „Aber ich will es alleine schaffen, meinen beiden Jungs etwas bieten können.“ Das Problem: Hadzibabic findet keinen Kita-Platz. Knapp zehn städtische Betreuungseinrichtungen hat die alleinerziehende Mama angefragt, sich sogar bei privaten Einrichtungen beworben – ohne Erfolg. Doch sie versucht, nie die Hoffnung aufzugeben. „Seit Marios Tod mache ich sowieso keine Pläne mehr“, erklärt die Giesingerin. „Denn alles was ich für mein Leben geplant hatte, wurde von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht.“ Sie will stark sein, egal was kommt. Und oft sei Ablenkung das Beste: „Unsere Zwillinge geben mir Kraft – und in den Kleinen lebt ein Teil von Mario weiter.“ Vanessa Hahn

Benefizspiel in Solln

„Im Zeichen des Gedenkens und zur Unterstützung, aber dennoch hell und lebensfroh“ – unter diesem Motto findet am kommenden Wochenende das Benefizspiel für Mario Falcans Familie statt. Auf dem Platz stehen der TSV München-Solln und die Spielvereinigung Unterhaching (Drittligist). Anstoß ist am Sonntag, 24. Juni, um 16 Uhr. Das Spiel findet auf dem Gelände des TSV Solln, Herterichstraße 141, statt. Vorab spielen ab 14 Uhr die Sollner U15-Junioren gegen die U14-Junioren der SpVgg Unterhaching. Der Eintritt für die Veranstaltung liegt bei fünf Euro – freiwillige Spenden sind erbeten. Der Erlös, der am Spielttag gesammelt wird, geht an die Familie des ehemaligen Sollner Spielertrainers.

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