Gemeinsamer Kampf für eine nachhaltigere Landeshauptstadt

„Das lebenswerte München erhalten“

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37 Münchner Bürgerinitiativen haben sich im „Forum Lebenswertes München“ zusammengeschlossen, um München in eine grünere und nachhaltigere Zukunft zu steuern.

Fürstenried – Die Zukunft der Landeshauptstadt ist in Gefahr: Nachverdichtung, Verschmutzung der Isar und Flächenversiegelung sind nur einige Schlagworte – Dieses Forum will das ändern

Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister.

Nachverdichtung, Verschmutzung der Isar, immer weniger Grünflächen: 37 Münchner Bürgerinitiativen haben sich im „Forum Lebenswertes München“ zusammengeschlossen, um gemeinsam für ein grünes und nachhaltigeres München zu kämpfen. „Wir wollen das lebenswerte München und Umland erhalten“, betont Organisatorin Gisela Krupski. Rund 60 Prozent der Stadt München werdem im Jahr 2030 bebaut sein. 

Auch Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister, schockiert das: „Die Grünflächen verschwinden immer mehr. Alles außerhalb des mittleren Rings ist zugebaut. Wenn eine Stadt wie München so wenig Grün hat, dann ist das schon dramatisch.“ Von der Vereinigung der Bürgerinitiativen ist Piazolo begeistert: „Ich finde es ganz toll, wenn Bürger sich vernetzen und so ins Gespräch kommen könnnen. Vor allem, wenn es Anliegen sind, die nicht immer augenscheinlich zusammenpassen.“

Sophia Oberhuber

Offenes Büro

Im Familienzentrum Friedenskapelle des Evangelischen Sozialdienstes Fürstenried soll im Frühjahr ein offenes Büro mit einem öffentlich zugänglichen Computer und Drucker entstehen. „Mir ist aufgefallen, dass immer öfter Personen an unseren Rechnern Anträge ausfüllen möchten, weil zuhause kein Computer und Drucker vorhanden ist“, erklärt Thomas Fellinger, Leiter des Familienzentrums. Es gebe viele Familien in der Umgebung, die im sozial geförderten Wohnraum leben und sich nicht alles leisten könnten. Zwar ist in der Stadtbibliothek bereits ein Rechner vorhanden, für persönliche Anträge sei der aber nicht geeignet.

Nutzer müssen sich im Büro des Familienzentrums eine Kennung zuteilen lassen, mit der sie sich am Rechner anmelden können. Jeder Nutzer soll auch ein wenig Speicherplatz erhalten.

„Das ist zum Beispiel für Bewerbungsunterlagen hilfreich“, erläutert Fellinger. „Wenn Menschen kein Deutsch sprechen oder sich am Computer nicht auskennen, gibt es auch immer die Möglichkeit, die Angelegenheiten zusammen mit einem Mitarbeiter zu erledigen.“

Das Projekt ist vorerst auf ein Jahr angelegt. Bezuschusst wird es vom Bezirksausschuss. Nach ausführlicher Diskussion einigte sich das Gremium auf eine Unterstützung in Höhe von 6680 Euro. „Wir halten das Projekt für notwendig. Es ist auch sinnvoll für Menschen, die am Computer ungeschickt sind“, kommentiert Ursula Ruml (SPD).

Sophia Oberhuber

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