Bürokratiezirkus um Kinderartisten

Fällt das Ferienprogramm des „Circus Galliano“ heuer aus?

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Fünf Tage lang wird zusammen gebastelt, gespielt – und natürlich werden Zirkusnummern eingeübt. Am letzten Tag geben die Kinder für ihre Eltern eine Abschlussvorstellung – normalerweise.

Forstenried – Seit zwei Jahren gastiert der Münchner Kinderzirkus für seine Ferienworkshops auf einem Grundstück an der Forstenrieder Allee – Doch für die kommende Saison fehlt die Zusage 

Zirkuschefin Stephanie Hölscher ist von der Reaktion des Kommunalreferats enttäuscht.

Wie eine Ballerina auf einem Drahtseil tanzen, das Publikum als Clown zum Lachen bringen oder Zaubertricks vorführen: All das können Kinder im Ferienprogramm des „Circus Galliano“ lernen. Seit zwei Jahren gastiert der Kinder- und Mitmachzirkus für seine Workshops in den Schulferien auf einem Grundstück an der Forstenrieder Allee. Jetzt steht die Zusage für das Gelände immer noch aus – obwohl die Osterferien näherrücken.

„Wir haben uns letztes Jahr im August bei der Stadt für das Grundstück beworben. Zwei Monate lang haben wir nichts gehört und dann hieß es, dass es jetzt so viele Bewerber gibt, dass es zur Ausschreibung kommt“, klagt Zirkuschefin Stephanie Hölscher. „Seit drei Monaten werden wir vom Kommunalreferat vertröstet.“

Trotz Bewerbung im August, wartet die Zirkus-Familie immer noch auf eine Rückmeldung der Stadt für das geplante Programm im Sommer.

Nach Aussage von Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferats, wird die Bewerbung noch geprüft. Anmeldungen für das kommende Ferienprogramm kann der Zirkus nun nicht annehmen. Das birgt auch ein wirtschaftliches Risiko: Der Zirkus finanziert sich durch die Ferienworkshops.

„Es geht darum, auch einmal eine andere Art der Ferienbetreuung anzubieten“, erklärt Hölscher. Auch Kinder, die ein Handicap haben oder aus sozial schwachen Familien stammen, würden teilnehmen. Deshalb liegt das Projekt auch dem Bezirksausschuss (BA) am Herzen. „Es geht nicht nur um Bewegung, sondern die Integration von allen Kindern“, sagt Monika Reim (SPD), Kinderbeauftragte im BA. Nach einem Standort außerhalb des Münchner Südens oder im Landkreis hat sich Hölscher bisher nicht umgesehen: „Ich hoffe, dass wir hier in der Nähe noch ein Grundstück finden.“ Und das sollte möglichst schnell gehen: Bis Anfang Februar muss der Zirkus Bescheid wissen, ansonsten fällt das Osterprogramm für die Nachwuchsartisten wohl aus.

Sophia Oberhuber

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