Nach Angst um Abriss

Landesamt für Denkmalpflege hält Sollner Café-Pavillon für schützenswert

Der Rundbau an der Wolfratshauser Straße wird in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen.
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Der Rundbau an der Wolfratshauser Straße wird in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen.

Solln: Das Wahrzeichen Sollns wird zum Baudenkmal!

Der runde Pavillon des ehemaligen Café Kustermann an der Wolfratshauser Straße 224 wird als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen – eine Nachricht, die bei Viertelpolitikern und Bürgern große Freude hervorruft. Wie dem Bezirksausschuss (BA) Solln jüngst mitgeteilt wurde, spricht das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) dem Rundbau sowohl geschichtliche als auch künstlerische Denkmalbedeutung zu. So sei der Ladenbau laut BLfD ein sichtbares Zeichen für das starke Wachstum Sollns als Stadtviertel nach dem zweiten Weltkrieg. „Mit einer Architektursprache der 1950er Jahre lässt das Gebäude seine Bedeutung als wichtiger Bestandteil der Nahversorgung der Anwohner in der damaligen Zeit noch heute erkennen“, heißt es im Schreiben. Zudem seien die halbrunde, verglaste Fassade und das scheinbare Flachdach als frühes Beispiel eines Anknüpfens an die Archtiektur der Zwanzigerjahre von künstlerischer Denkmalbedeutung. Vor etwa zwei Jahren hatten im Viertel die Abrissgerüchte für einen Aufschrei gesorgt – der Abriss des Pavillons war damals so gut wie spruchreif (Hallo berichtete): Lokalpolitiker und ein eigener Arbeitskreis hatten sich seitdem dafür eingesetzt, den Pavillon zu erhalten, im Mai 2015 hatte der BA dann in einem Antrag gefordert, den Pavillon als „elegantes Zeugnis der Architektur der 50er Jahre“ unter Denkmalschutz zu stellen – mit Erfolg.

Künftig entsteht auf dem Gelände das „Karee Kustermann“ mit etwa 15 Wohnungen, drei Gewerbeflächen und dem Café-Pavillon als Herzstück des Ensembles. Momentan noch als Infobüro des Bauherren genutzt, wird dort nach der Sanierung die Bäckerei und Konditorei Reis ein Café betreiben. vha

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