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Kinder kämpfen um ihre »Mitti«

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Rund 70 Kinder und ihre Eltern kämpfen für ihre Mittagsbetreuung in der Schule an der Forstenrieder Allee. Foto: Kowitz

Forstenried: Hausmeisterwohnung statt Aufenthalts- und Esszimmer für Nachmittagsbetreuung

Forstenried Eine Küche, zwei Esszimmer, zwei Spielzimmer – ein zweites Zuhause eben für rund 70 Kinder bietet die Mittagsbetreuung an der Grundschule an der Forstenrieder Allee. Doch nun ist die so genannte „Mitti“ in Gefahr. Das Schulreferat hat den Müttern, die den Verein seit 15 Jahren führen, die Räume gekündigt. „Wir benötigen den Platz ab September als Hausmeisterwohnung“, erklärt Eva-Maria Volland, Sprecherin des Schulreferates. Der bisherige Hausmeister habe woanders gewohnt, sein Nachfolger brauche jetzt die Wohnung. Die Eltern sind entsetzt: „Ich bin – wie die meisten Mütter – berufstätig und auf die Mittagsbetreuung angewiesen“, erklärt Nicola Everts. „Das Einzelinteresse des Hausmeisters wird über unseres gestellt.“ Momentan werden 68 Kinder betreut – teilweise bis 16 Uhr. „In den 15 Jahren haben wir hier nur mit ehrenamtlichem Engagement etwas aufgebaut, die Räume mit kindgerechten Möbeln eingerichtet“, betont die Vorsitzende Petra Decker. „Ich habe Angst, dass die zehn Betreuerinnen unter diesen Umständen keine Lust mehr haben, weiterzumachen.“ Das Schulreferat schlägt nämlich eine Doppelnutzung der Unterrichtsräume vor. „Aber dann könnten wir weniger Kinder betreuen – außerdem kann man es den Kindern doch nicht zumuten, auch noch den ganzen Nachmittag in den Klassenzimmern zu sitzen“, so Decker. Vor allem da ein genauer Auflagenkatalog beispielsweise vorschreibe, die Schulbänke nicht zu verrücken. Auch das warme, gesunde Mittagessen sei ohne Küche nicht mehr zu leisten. „Natürlich ist diese Variante nicht schön, aber andere Mittagsbetreuungen greifen auch auf Catering zurück“, erklärt Volland. An der Forstenrieder Allee fühlt man sich von Schulleitung und Schulreferat im Stich gelassen. „Sie machen sich nicht mal die Mühe, Alternativen auszuloten – zu einem runden Tisch kam ein Vertreter, der die örtlichen Gegebenheiten gar nicht kannte“, beschwert sich Decker, die sich auch die Nutzung eines Mehrzweckraumes im Schulgebäude vorstellen könnte. Dabei scheint eine dauerhafte Lösung in Aussicht. „Wir prüfen gerade einen Neubau auf dem Gelände, in dem wir den Kindergarten, den Hort und die Mittagsbetreuuung unterbringen könnten“, erklärt Volland. Das würde allerdings noch drei bis vier Jahre dauern. „Für diese Zeit könnte man eine externe Wohnung für den Hausmeister anmieten“, findet Decker. Ein Vorschlag, den das Schulreferat ablehnt: „Für die Anmietung zusätzlicher Räume stehen gar keine Gelder zur Verfügung“, so Referatssprecherin Volland. Doch bereits am 5. April ist die Einschreibung fürs neue Schuljahr – bis dahin hoffen die Eltern auf ein Signal für den Fortbestand der „Mitti“. Maren Kowitz

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