Der Streit um den ältesten Bauernhof Münchens geht in die nächste Runde

Eine Petition für den neuen Derzbachhof

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So soll der Derzbachhof nach der Sanierung aussehen.

Forstenried – Ist eine Sanierung mehr Chance oder Gefahr für Münchens ältesten Bauernhof? Achitekten, Investoren und Bürger sind sich uneinig – Der Streit um das historische Gebäude geht in die nächste Runde

Der Derzbachhof im Ortskern von Forstenried hat im letzten Jahr für viel Aufregung gesorgt. Jetzt hat die Forstenriederin Antje Bulthaup eine Petition für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes beim Bayerischen Landtag eingereicht.

Antje Bulthaup hat eine Gegenposition für die Sanierung des alten Bauernhofes gestartet.

Seit Anfang der 80er-Jahre steht der älteste Bauernhof Münchens nun leer. Mehrere Versuche des Bezirksausschusses eine Sanierung anzuregen, sind gescheitert. In 2017 ging dann endlich etwas voran: Projektentwickler Stefan Höglmaier kaufte den Hof und wollte ihn zusammen mit dem Stararchitekten Peter Haimerl sanieren (Hallo berichtete). Es ist geplant, drei bis vier Wohnungen im Stadl des Hofes unterzubringen und in der Mitte des Grundstücks ein neues Gebäude mit 16 Wohnungen zu errichten. Davon fühlten sich Anwohner gestört und reichten im September eine Petition ein, um die Sanierung zu verhindern. 

Bulthaup kann das nicht nachvollziehen: „Wenn man nichts bauen kann, verfällt das Gebäude komplett und darf abgerissen werden. Und dann kommt ein gesichtsloser 08/15-Putz-Bau.“ Deshalb entschied sie sich jetzt zu einer Gegenpetition. „Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass es in Forstenried auch eine Stimme für Tradition und Baukultur gibt.“ Der Bauernhof sei ein schöner alter Ortskern, den sie unbedingt erhalten wolle. „Ich wäre gnadenlos traurig, wenn der Hof tatsächlich abgerissen wird.“ 

Ziel ist es, bis Ende Februar mindestens 2000 Unterschriften zu sammeln.

Sophia Oberhuber

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