Bürgerbegehren für Gedenk-Monumente auf öffentlichem Grund

Dieser Sollner kämpft um Stolpersteine

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Eine neue Initiative will nicht akzeptieren, dass die Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt auf privaten Grund beschränkt ist. Stattdessen wollen sie die Münchner mobilisieren.

Solln – Ein neuer Anlauf für das Mammutprojekt „Stolpersteine“: Eine Initiative sammelt jetzt Unterschriften für ein Gedenken an die Münchner Holocaust-Opfer

32 Stolpersteine sollen am 12. November verlegt werden – in der Au, der Isarvorstadt, der Maxvorstadt und in Schwabing. Diese Form des Gedenkens an während des Holocausts ermordete Münchner ist allerdings auf Privatgrund beschränkt. Der Stadtrat hat sich 2015 gegen Stolpersteine auf öffentlichem Grund ausgesprochen und stattdessen Stelen beschlossen, die im Sommer 2018 erstmals aufgestellt wurden (Hallo berichtete). Eine neue Initiative will das so nicht akzeptieren und die Münchner mobilisieren.

35 000 Unterschriften braucht das „Bürgerbegehren für Stolpersteine auf öffentlichem Grund auch in München“, damit sich der Stadtrat nochmals mit dem Thema auseinandersetzt. „Die Stelen aufzustellen ist schwierig und teuer“, moniert der Vorsitzende der Initiative, Hildebrecht Braun aus Solln. „10 000 Menschen wurden in München verschleppt und ermordet – das massenhafte Verbrechen sichtbar zu machen, schafft man nur mit Stolpersteinen.“

Und das sei wichtiger denn je. „Wir wollen, dass junge Menschen darauf gestoßen werden, was passiert ist – gerade in dieser Zeit, wo Rassismus wieder auf dem Vormarsch ist“, so der ehemalige FDP-Stadtrat und Bundestags­abgeordnete.

Kämpfen mit ihrer Initiative für Stolpersteine in München: Hildebrecht Braun (links) und Dorothee Piermont.

Dass München die einzige deutsche Großstadt sei, in der Stolpersteine verboten sind, halten er und seine Mitstreiter für falsch. „Hans Leipelt, Mitglied der ,Weißen Rose‘, hat zwei Stolpersteine in Hamburg – bei uns, wo die ,Weiße Rose aktiv war, gibt es keinen“, betont Dorothee Piermont aus Schwabing. Die Initiative hat bereits zwei Stolpersteine für die Widerstandskämpfer anfertigen lassen – einen für Hans Scholl und einen für Professor Dr. Kurt Huber.

Das Kulturreferat steht der Aktion neutral gegenüber: „Grundsätzlich sind wir dafür, jede Form des Gedenkens zuzulassen, sofern die Angehörigen zustimmen“, erklärt Pressesprecher Martin Kunschak. „Mittlerweile sind wir aber mit den Stelen zufrieden.“ Bisher seien es acht, im November folgen 16 und knapp 70 weitere Anträge seien bereits eingegangen.

Maren Kowitz

Die Initiative ist am Mittwoch, 7. November, von 16.30 bis 19 Uhr am Elisabethplatz. Weitere Termine gibt es unter: www.buergerbegehren-stolpersteine-muenchen.de

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