+++ Nachrichten aus der Bürgersprechstunde mit OB Dieter Reiter +++

Von Wohnungsebbe und Müllflut

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Im Gespräch: An diesen Containern an der Winterthurerstraße wird immer wieder Müll abgelagert. Auch das benutzerunfreundliche Design der Container in ganz München wurde kritisiert.

Fürstenried – In der Bürgersprechstunde nahm sich Münchens Oberbürgermeister Zeit für die Anliegen der Fürstenrieder – Hallo hat die wichtigsten Diskussionspunkte zusammengetragen

Bei einer Bürgersprechstunde im Schulzentrum Fürstenried konnten die Bürger des Stadtbezirk 19 Oberbürgermeister (OB) Dieter Reiter ihre Sorgen und Wünsche vortragen. Ob stundenlange Staus, 200 000 weggeworfene To-Go-Becher pro Tag oder vollkommen überlastete öffentliche Verkehrsmittel – was die Bürger im Münchner Süden bewegt und wie der OB auf ihre Anliegen reagierte, lesen Sie hier.

Sophia Oberhuber

Vermüllung des Münchner Südens

Besonders beschäftigt die Anwohner die zunehmende Vermüllung ihres Viertels und der Stadt. Wenn Joachim Börnsdorf auf der Graubündnerstraße mit dem Rad unterwegs ist, nimmt er immer eine Tüte mit, um den herumliegenden Müll aufzusammeln. Das Ergebnis: Unzählige Kaffeebecher, Papierhandtücher und Zigarettenschachteln. 

Christine Froese-Peeck vom Bürgertreff München Süd.

Vor allem die To-Go-Becher seien ein großes Problem. Das findet auch der OB: „Ich würde sie gerne verbieten.“ Christine Froese-Peeck vom Bürgertreff München Süd schlägt vor, einen wiederverwendbaren „Münchner-Kindl-Becher“ anzubieten. Die Idee findet beim OB Anklang. 

Aber auch am Flaschencontainer an der Winterthurerstraße ist regelmäßig eine Müllhalde vorzufinden. Ein Fürstenrieder meint, es liegt daran, dass dort niemand gesehen wird, wenn er etwas ablagert. Ein entsprechendes Verbotsschild hält der OB nicht für die Lösung des Problems: „Es muss ein Umdenken passieren. Das ist eine Frage der Bildung und Erziehung.“

Nachverdichtung in Fürstenried-West

Die Bürgervereinigung engagiert sich seit Jahren gegendie vorherrschende Art der Nachverdichtung in Fürstenried West.

Andreas Art vom Verein Pro Fürstenried trug dem OB das Bauvorhaben in der Appenzellerstraße vor: Neubau von 640 Wohnungen. Dafür sollen rund 200 Bäume gefällt werden. Die Bürgervereinigung engagiert sich seit Jahren gegen diese Art der Nachverdichtung in Fürstenried West. Der OB reagierte deutlich: „Wir brauchen Wohnungen.“ Verständnis zeigte er aber für Zweifel daran, dass die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel für das Mehr an Wohnungen ausreiche: „Wir müssen vor allem das Verkehrsproblem lösen.“

Verkehrsproblem

Susanne Egli aus Thalkirchen legte die Verkehrssituation in der Frauenbergstraße dar: Die Einbahnstraße sei inzwischen eine Durchfahrtsschneise und es würde sich stundenlang stauen. Sie appellierte an den OB, den Autos in der Stadt nicht so viel Raum zu geben. Der OB stellt fest: „In München gibt es zu viele Autos. Wir bieten Car Sharing an, aber es zieht nicht so.“ Vor allem müsse man bessere Angebote durch die öffentlichen Verkehrsmittel schaffen. Da sei die Kapazitätsgrenze erreicht. Zum Beispiel in Solln. Dort wäre laut Anneliese Zimmermann ein Zehn-Minuten-Takt für den 134er Bus wünschenswert. Aber auch das Dauerproblem mit der U3 und U6 wurde thematisiert: Die U-Bahnen seien überlastet – und die MVG-Preise zu teuer.

Sanierung des Derzbachhofs

Die Frage aller Fragen in Forstenried: Was passiert mit dem Derzbachhof? Zwei Petitionen laufen im Moment – eine für und eine gegen die Sanierung. Der OB findet die Pläne für den alten Bauernhof „völlig ok“. Die Denkmalschutzbehörden seien begeistert, weil der Denkmalschutz gewahrt bleibe. Die Lokalbaukommission werde das Projekt wohl genehmigen.

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