Erzdiözese will bauen

BA kritisiert Projekt - Pfarrgarten in Sendling vorerst gerettet?

Sendling: Hinter der Altbaumauer an der Meindlstraße 5 eröffnet sich der Pfarrgarten, ein verwilderter privater Park. Hier sollen jetzt Wohnungen entstehen.
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Sendling: Hinter der Altbaumauer an der Meindlstraße 5 eröffnet sich der Pfarrgarten, ein verwilderter privater Park. Hier sollen jetzt Wohnungen entstehen.

Im Pfarrgarten in der Meindlstraße sollen neue Wohnungen entstehen. Der Bezirksausschuss stellt sich gegen das Projekt. Warum jetzt erstmal nichts mehr passiert.

  • Im Pfarrgarten an der Meindlstraße soll gebaut werden
  • Bezirksausschuss Sendling stellt sich seit jeher gegen Projekt
  • Erzbistum hat seinen Antrag auf Vorbescheid zurückgezogen

Sendling - Das Erzbistum möchte auf einem Grundstück an der Meindlstraße Wohnungen bauen (siehe Ursprungsmeldung). Dafür müsste ein Teil der Grünfläche weichen. Der Bezirksausschuss hatte das Vorhaben im Mai vergangenen Jahres massiv kritisiert. Das Planungsreferat hat auf Anfrage des BA nun aber mitgeteilt, es sei aktuell kein Antrag offen. Die Diözese habe ihren Antrag auf Vorbescheid im Oktober 2020 zurückgezogen.

Markus Lutz, Chef des Sendlinger Bezirksausschusses: „Es passiert nichts Akutes.“

„Damit ist das Vorhaben erst einmal vom Tisch und es passiert nichts Akutes“, zeigt sich BA-Chef Markus Lutz (SPD) erleichtert. Er weist aber auch darauf hin, dass der Eigentümer mit den Plänen jederzeit neu starten oder diese abändern könne. Und danach sieht es wohl aktuell auch aus.

„Wir überarbeiten den Antrag auf Vorbescheid unter anderem hinsichtlich der Erschließung“, erläutert Christoph Kappes, Sprecher des Erzbistums München. Die modifizierte Version gehe dann erneut an die Verwaltung. In der Folge müssten diözesane Gremien über das Projekt intern entscheiden.

Ursprungsmeldung zum Sendlinger Pfarrgarten, vom 14. Mai 2020:

Sendling - Vom Harras, dem Autohupen, den Abgasen, dem Gewusel, sind es fünf Gehminuten bis zur Meindlstraße 5. Hinter der Altbaumauer versteckt sich eine grüne Oase, ein verwilderter Park – mitten in Sendling. Diese Grünfläche möchte der BA, der sich vor Kurzem konstituiert hat, schützen. Eigentümer ist das Erzbistum, das dort Wohnungen bauen will. 

Sendling: Anwohner befürchteten bereits 2013, dass Pfarrgarten bebaut werden könnte 

Vor etwa zehn Jahren ist die Sendlinger Pfarrei in den Neubau am Margaretenplatz gezogen. Bereits damals befürchteten Anwohner, dass die Kirche die Freifläche an der Meindlstraße bebauen würde. 2013 teilte die Erzdiözese gegenüber Hallo mit, dass ein Neubau nicht geplant sei. Das hat sich nun geändert: Dem Planungsreferat liege laut Sprecher Ingo Trömer ein Vorbescheid für den Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage vor. 

BA-Mitglied Ernst Dill: Auch für das Erzbistum sollte die "gedeihliche Entwicklung" von Sendling im Vordergrund stehen

„Bei allem Verständnis für Nachverdichtung zur Förderung des Wohnungsbaus und bei schon geringerem Verständnis für die Grundstücksverwertung zur Renditeerwirtschaftung, sollte doch auch für das Erzbischöfliche Ordinariat die gedeihliche Entwicklung unseres Bezirkes im Vordergrund stehen“, kommentiert BA-Mitglied Ernst Dill (SPD) die Pläne. 

Pfarrgarten Sendling: Das sind die Pläne

Vorgesehen ist ein „Neubau im hinteren Bereich des Grundstückes mit Nord-Süd-Ausrichtung und niedriger Bauhöhe“, wie Christoph Kappes, Sprecher des Erzbistums, mitteilt. Es werde „bewusst davon Abstand genommen, das maximal mögliche Baurecht auszuschöpfen“, um einen Teil des Gartens und den schützenswerten Baumbestand zu erhalten. 

Sendlinger Bezirksausschuss fordert Öffnung des Pfarrgartens

Für die Sendlinger Politiker nicht genug: In einem Antrag fordert die SPD, den Pfarrgarten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Laut Kappes sei eine vollkommene Öffnung des Hofes aus Gründen der Haftung und Gewährleistung nicht möglich. 

Sophia Oberhuber

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