Sendlinger Paar will ihr Mini-Heim in München aufstellen

Ein Zuhause im Kleinformat: Sie wohnen im 18-Quadratmeter-Häuschen

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Felicia Rief und Jonas Bischofberger aus Sendling haben sich in Eigenregie ein sogenanntes „Tiny House“ gebaut. Jetzt suchen sie dafür eine Fläche.

Obersendling – Für ihr „Tiny House“ suchen Felicia Rief und Jonas Bischofberger eine freie Fläche in der Stadt. Sie wollen damit auf die Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt aufmerksam machen

Ihr Zuhause ist 2,5 Meter breit, 7,2 Meter lang, vier Meter hoch und hat 18 Quadratmeter. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um ein Münchner WG-Zimmer, sondern um ein Haus. Genauer gesagt ein sogenanntes „Tiny House“. Dafür sind Felicia Rief und Jonas Bischofberger jetzt auf der Suche nach einem Stellplatz in München.

Das Ziel der „Tiny House“-Bewegung ist nachhaltiges Wohnen auf kleinstem Raum. Vor allem Autarkie ist dabei ein großes Thema. Das Paar hat sich entschieden, Wasser aus der Leitung zu beziehen, braucht also einen Wasseranschluss, aber sich in Sachen Strom unabhängig zu machen. „Ein Tiny House ist vergleichbar mit einem Wohnwagen, der aber ökologischer und funktionaler gebaut ist“, erklärt Rief das Konzept. Insgesamt kommen die Kosten für das kleine Eigenheim auf rund 15 000 Euro – exklusive die Eigenleistung für den Bauprozess. Seit einem Jahr bauen die beiden nun in Eigenregie an ihrem „Tiny House“. Das bedeutet: Verschalung anbringen, Solarzellen installieren und Fenster einbauen. Eine handwerkliche Ausbildung hat keiner der beiden: Sie macht ihren Master in Wirtschaftspsychologie, er ist Fotograf.

Bei der Stadt werden mehrere Anträge auf Flächen geprüft

Seit einem Jahr bauen Felicia Rief und Jonas Bischofberger in Garmisch-Partenkirchen an ihrem „Tiny House“.

Im Frühling 2019 soll das Haus fertig sein und der Umzug nach München anstehen. „Mit dem Projekt wollen wir darauf aufmerksam machen, wer in München alles eine Wohnung sucht und keine bekommt. Die Politik ignoriert das Wohnproblem“, sagt Rief. Tiny Häuser seien eine Möglichkeit für die Stadt, freie Flächen nutzbar zu machen. Genau nach einer solchen sucht das Paar jetzt. Theoretisch würde sich jede Fläche eignen, sogar ein Parkplatz. Es sei Aufgabe der Stadt, ein passendes Genehmigungsschema zu entwickeln. Die Stadt ist sich in Sachen „Tiny House“ noch unsicher: Es seien im Moment einige Anfragen in der Prüfung, erklärt eine Sprecherin des Kommunalreferates. Genehmigt wurde aber bisher noch keine, weil die rechtliche Lage unklar sei.

Mit ihrem „Tiny House“ will das Paar einen Ort schaffen, der das ökologische Bewusstsein schult. Zum Beispiel durch Besuche von Kindergärten. Der begrenzte Raum stelle einen immer wieder vor die Frage, was man denn wirklich im Leben brauche. Die Antwort scheint ganz einfach: 18 Quadratmeter.

Sophia Oberhuber

Tiny House

Laut Ingo Trömer vom Planungsreferat handelt es sich bei einem Tiny House entweder um ein Wohnmobil oder eine bauliche Anlage. Fällt das Haus unter Artikel 54 BayBO ist keine Baugenehmigung von Nöten. Allerdings müssen weitere Auflagen erfüllt werden, wie beispielsweise ein Abwassersystem, für das der Eigentümer selbst zuständig ist.

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