BA diskutiert über Veto gegen den umstrittenen Weihnachtsmarkt

Wird der Harras-Christkindlmarkt heuer überhaupt stattfinden?

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Für Marktbetreiber Thomas Niederreiter hagelte es bereits in den Vorjahren heftige Kritik – wenn es nach dem BA geht, muss sich am Konzept des Marktes künftig dringend etwas ändern.

Sendling – Glühwein, gebrannte Mandeln und Weihnachts­einkäufe... Von wegen! Nach heftiger Kritik in den Vorjahren diskutiert der örtliche BA, ob er grünes Licht für die Veranstaltung geben soll

Ein großes Karussell, Buden, die italienische Häppchen oder Klamotten verkaufen – der Christkindlmarkt am Harras gleicht eher einer Kirmes oder einem Jahrmarkt – zumindest befindet das ein Großteil der Sendlinger Lokalpolitiker. Rege Kritik am Markt, der seit 2013 am Harras stattfindet, ist im Sendlinger Gremium nicht neu – erst im vergangenen Jahr sorgte ein Stand, der Kinderspielzeug im Waffendesign verkaufte, für Furore (Hallo berichtete).

Doch: Nach dem Eklat im Vorjahr diskutieren die Viertelpolitiker heuer darüber, ob sie der Veranstaltung überhaupt erneut eine Chance geben wollen. Auch, weil die Genehmigung, die üblicherweise bis Februar bei der Stadt vorliegen sollte, erst jetzt den Bezirksausschuss (BA) zur Anhörung erreicht hat. „Eine unmögliche Vorgehensweise, mit der sich der Marktbetreiber vor der Verantwortung drücken will“, kommentierte Ernst Dill (SPD). Denn: Mittlerweile sei es zu knapp um noch großartig auf Änderungswünsche des BA einzugehen. Große Teile der SPD-Fraktion, aber auch die CSU übten Kritik, formulierten jedoch auch den Wunsch „besser diesen als keinen Markt“ auf dem Harras anzubieten.

Anders als die Grünen: Die Fraktion habe sich einstimmig dazu entschieden, heuer ein Veto gegen den Markt einzulegen, erklärte René Kaiser. Letztendlich konnte Marktbetreiber Niederreiter aufatmen: Trotz heftiger Kritik sprach sich das Gremium für die Veranstaltung am Harras aus – jedoch solle sich Niederreiter heuer ins Zeug legen, um kurzfristig machbare Verbesserungswünsche umzusetzen.

Im kommenden Jahr müsse allerdings ein völlig neues Konzept entwickelt werden, so der Konsens. Der BA wünsche sich hier mehr Gemütlichkeit und Besinnlichkeit, auch ein „Thema“ wie bei viele anderen Märkten in der Stadt sei denkbar, so Ilse Holzbauer (SPD). Eine aktuelle Änderung wurde vom Gremium zudem einstimmig beschlossen: Für die sogenannte „soziale Bude“, die am Markt von Vereinen und Institutionen aus dem Viertel genutzt wird, will der BA heuer keine Miete zahlen.

Vanessa Hahn

Keine Miete für „Soziale Bude“ – die Hintergründe

Eigentlich ist sie ein fester Bestandteil des Christkindlmarktes am Harras – die „soziale Bude“: Dort können Vereine und Einrichtungen aus dem Viertel sich und ihre Arbeit vorstellen und mit Anwohnern ins Gespräch kommen. Neben der Präsentation werden dort auch Gelder für verschiedene Viertel-Projekte gesammelt. Zu Verdanken war diese Plattform bisher dem Sendlinger Bezirksausschuss, der die Miete für die „Soziale

Bude“ trägt und diese dann Vereinen und Institutionen Sendlings kostenfrei zur Nutzung zur Verfügung stellt. Aufgrund der Unstimmigkeiten bezüglich der Veranstaltung hat sich das Gremium nun einstimmig dafür ausgesprochen, heuer keine Miete mehr für die soziale Bude zu zahlen, auch die Schließdienste, um die sich bisher BA-Mitglieder gekümmert hatten, soll künftig der Marktbetreiber selbst übernehmen.

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