Ehemalige Siemens-Kantine: Neues Konzept liegt vor

Weniger Party – Mehr Kultur

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In der alten Siemens-Kantine soll bald ein Musik-und Veranstaltungszentrum entstehen.

Obersendling – Ein neues Konzept für die Zwischennutzung der ehemaligen Siemens-Kantine liegt vor – anstelle einer Diskothek soll dort nun vorübergehend ein Musikzentrum enstehen

Die Kantine auf dem ehemaligen Siemens-Gelände steht leer. Doch bald soll dem Gebäude in der Hofmannstraße 51 wieder Leben eingehaucht werden. Ursprünglich plante die „Rockstudio Gastro GmbH“, in den Räumlichkeiten eine dreigeschössige Diskothek zu eröffnen (Hallo berichtete). Der Obersendlinger Bezirksausschuss (BA) war zwar mit diesem Vorhaben einverstanden, aber die Lokalbaukommission legte schließlich ihr Veto ein. Der BA stellte aber in einem Antrag klar, dass er sich Bandprobenräume auf dem Areal wünsche.

Ivan Sokic ist Geschäftsführer der „Rockstudio Gastro GmbH“.

Nun liegt ein zweites Konzept vor: weg von der Disco und hin zum Kulturzentrum. Ganz ohne Musik soll es aber trotzdem nicht gehen: im Erdgeschoss die vom BA gewünschten Band­räume, im ersten Obergeschoss ein großer Veranstaltungsraum. „München ist in diesem Bereich weit zurück“, meint Ivan Sokic, Geschäftsführer der „Rockstudio Gastro GmbH“. Zusammen mit seinen beiden Kindern wird er die ehemalige Kantine umgestalten. Sokic ist seit 30 Jahren Wirt in München und eines seiner Projekte war der Musikpalast in Neuhausen. Zwölf Jahre lang hat er dort die ehemalige Post-Kantine als Disco zwischengenutzt.

In Obersendling soll weniger Party gemacht, dafür mehr Kultur gelebt werden. Im Erdgeschoss bieten knapp 1000 Quadratmeter Nutzfläche genug Platz für ein Tonstudio, eine Tanzschule oder Yogakurse. Das Obergeschoss wird für Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel Firmenfeiern oder auch Konzerte. Sokic betont, dass er Platz für kleinere Bands schaffen und bezahlbare Mieten für Veranstalter bieten wolle. „Bands, die im Erdgeschoss üben, können dann im ersten Stock Veranstaltungen auf der Bühne auftreten.“ Ein Problem mit Lärmbelästigungen durch die Veranstaltungen sieht er nicht: Besucher würden in der Tiefgarage parken und Wohnhäuser seien weit genug entfernt.

Sokic hofft, dass die Genehmigung bald kommt und das Areal im Frühjahr in Betrieb gehen kann. Wann die Kantine schließlich abgerissen und die Zwischennutzung beendet sein wird, steht noch nicht fest.

Sophia Oberhuber

Campus Süd in Obersendling

Beim Campus Süd handelt es sich um ein knapp zehn Hektar großes Areal. Das Gelände war bis 2001 der weltweit größte Einzel-Standort des Konzerns Siemens. Hier sind nun knapp 1300 Wohnungen, Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen und umfassende Grün- und Freianlagen geplant. Im Dezember 2015 beschloss der Stadtrat das architektonische Siegerkonzept. Dann wechselte der Eigentümer. Seither sind die Planungen ins Stocken geraten (Hallo berichtete).

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