Alternativer Platz für das künftige Toiletten-Häusl

WC-Standort stinkt Standl-Betreiber

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Standl-Pächter Suat Delikan, eine langjährige Kundin, Verkäuferin Irene Kalisz sowie Anneliese Lang vom Verband Bayerischer Marktkaufleute (von links) sind verärgert: Nur etwa zehn Meter rechts vom Obststand entfernt – auf Höhe der Laterne – soll das Klo aufgestellt werden.

Sendling-Westpark - Eine öffentliche Toilette am Partnachplatz - Nach langem Kampf wurde sie endlich genehmigt - Doch: Der gewählte Standort stinkt vielen gewaltig

Das Warten hat noch in diesem Jahr ein Ende: die Toilette am Partnachplatz kommt (Hallo berichtete). Ein Standort ist bereits gefunden – und dieser passt Anneliese Lang so gar nicht. Lang ist Geschäftsführerin beim Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller und zuständig für die ambulanten Händler. Ein Obststand des Verbandes steht am Partnachplatz – und direkt daneben soll nun ein WC-Häusl errichtet werden.

Auf Nachfrage hat Lang vom Baureferat einen Plan erhalten, auf dem verzeichnet ist, dass im Abstand von etwa zehn Metern zum Standl die Toilette aufgestellt werden soll. „Die Notwendigkeit einer Toilette sehe ich ein, doch den gewählten Standort halte ich für absolut ungeeignet“, sagt Lang.

Der Vorschlag der Betroffenen wäre, die Toilette stattdessen im Anschluss an das Stationsgebäude der U-Bahn zu errichten.

Seit mehr als zehn Jahren betreibt Händler Suat Delikan zusammen mit seiner Familie den Stand, er ist ihre einzige Existenzgrundlage. „Wir haben diesen Standort bewusst gewählt und uns etabliert“, erzählt Delikan. Er hat nun Sorge, dass die Kundschaft künftig ausbleibt. „Was ist, wenn es stinkt? Was ist, wenn die Leute denken, meine Ware ist unhygienisch?“. Das Baureferat hätte zwar versichert, dass das Häusl den höchsten Hygienestandard aufweisen werde und mit keiner Geruchsbelästigung zu rechnen sei – doch Lang und Delikan bleiben skeptisch und bitten die Stadt, den gewählten Standort nochmals zu überdenken. Ihr Vorschlag wäre, die Toilette stattdessen im Anschluss an das Stationsgebäude der U-Bahn zu errichten. Da im Inneren ein privates Mitarbeiter-WC ist, wären Anschlüsse sogar vorhanden.

Von September bis Oktober soll Delikan seinen Stand verlagern, dann beginnen die Bauarbeiten. „Ich rechne mit Wirtschaftseinbußen. Die Laufkundschaft sieht mich dann nicht mehr“, klagt Delikan.

Auf Hallo-Nachfrage erklärt Monika Großkopf vom Baureferat, dass die Inbetriebnahme der Toilette bis Ende Dezember vorgesehen ist. „Der Standort wurde gemeinsam mit dem Bezirksausschuss vor Ort festgelegt und als zentral, gut einsehbar und daher geeignet gesehen“, sagt Großkopf. Es handle sich um ein Betonfertigteilgebäude mit Verkleidung in dem sich eine barrierefreie, selbstreinigende Unisex-Toilette befindet. Die Anlage werde ganzjährig von 6.00 Uhr bis 2.00 Uhr morgens geöffnet sein, die Benutzung erfolge kostenlos.

Bezirksausschuss-Chef Günter Keller (SPD) kann die Bedenken der Marktkaufleute nachvollziehen, glaubt aber nicht, dass es zu Problemen kommt: „Sollte es Konflikte geben, werden wir sicherlich eine Lösung finden.“ dbo

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