Thalkirchen

Thalkirchner Künstler fordert bei der Bürgerversammlung Platz für ein Atelier- und Künstlerhaus im Viertel

Fenster verammelt, Türe versperrt. Im Viertel stehen seit Jahren viele Gebäude leer, wie hier in der Thalkirchner Straße.
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Fenster verammelt, Türe versperrt. Im Viertel stehen seit Jahren viele Gebäude leer, wie hier in der Thalkirchner Straße.
Markus Henning will das ändern.
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Markus Henning will das ändern.
Das Areal an der Ecke Fraunbergstraße/Schäftlarnstraße/Pognerstraße ist schon lange ungenutzt. „Für meine Vorstellung eines großen Kunstareals wäre dieses Grunstück ideal“, meint Markus Henning.
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Das Areal an der Ecke Fraunbergstraße/Schäftlarnstraße/Pognerstraße ist schon lange ungenutzt. „Für meine Vorstellung eines großen Kunstareals wäre dieses Grunstück ideal“, meint Markus Henning.
Das Areal an der Ecke Fraunbergstraße/Schäftlarnstraße/Pognerstraße ist schon lange ungenutzt. „Für meine Vorstellung eines großen Kunstareals wäre dieses Grunstück ideal“, meint Markus Henning.
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Das Areal an der Ecke Fraunbergstraße/Schäftlarnstraße/Pognerstraße ist schon lange ungenutzt. „Für meine Vorstellung eines großen Kunstareals wäre dieses Grunstück ideal“, meint Markus Henning.

Thalkirchen: Markus Henning plant ein Kunstareal gegen Leerstand. Alles Weitere erfahren Sie hier.

Atelierräume, Werkstätten, Künstlerwohnungen, ein Café und eine Galerie – wenn es nach Markus Henning geht, könnte der Bau eines Thalkirchener Kunstareals sofort starten. Seine Vision dafür hat er jüngstens bei der Bürgerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert. Der Antrag: Im Viertel einen Raum für Künstler zu schaffen – ein Atelier- und Künstlerhaus oder gleich ein ganzes Kunstareal. Auch Standorte hat der Thalkirchner dafür bereits im Auge – mehrere Leerstandsgebäude im Stadtteil hat er ausfindig gemacht. „Mein Ziel ist es eine kreative Wirkungsstätte für jedermann zu schaffen“, erklärt der 44-Jährige.

Unter dem Pseudonym „Eliot“ ist der gebürtige Münchner bereits viele Jahre in der nationalen und internationalen Künstlerszene aktiv. Seit 2014 lebt er wieder in München – und möchte in Thalkirchen seine Pläne umsetzen. „Von einem Kunstareal könnte der ganze Stadtteil profitieren“, erklärt Henning, „Anwohner, Kunstbegeisterte, Jugendliche und die Künstlerszene selbst.“

Mit einem Kunstareal sieht Henning die Möglichkeit, ungenutzten Raum ohne großen Aufwand zu reanimieren – und zugleich zu verhindern, dass dort weitere überteuerte Wohn- oder Gewerbeflächen hochgezogen werden. „Meine Vision ist natürlich auch eine Aktion gegen den Leerstand in der Stadt“, erklärt der Künstler, „und gegen die Spekulationen um den öffentlichen Raum.“

Bereits 2015 hatte er daher mit der Stadtverwaltung Kontakt aufgenommen und ein ungenutztes Grundstück an der Schäftlarnstraße als Standort für sein Projekt vorgeschlagen. „Das Gebäude befindet sich auf städtischem Grund“, lautete die Antwort.

Doch den Vorschlag, das Grundstück als Kunstareal umzuwandeln, wies die Stadt zurück. Die Begründung: Das Gebäude sei einsturzgefährdet und müsse abgerissen werden. Auch für die zukünftige Nutzung des Grundstücks gäbe es bereits konkrete Pläne. „Bis heute hat sich dort allerdings noch nichts getan“, meint der Künstler, „nur ein paar weitere Fenster wurden zugenagelt.“

In der Zwischenzeit sind Markus Henning im Viertel allerdings weitere Standorte aufgefallen, die sich möglicherweise für ein Kunstareal eignen könnten: Ein an das ursprünglich angedachte Gebäude angrenzendes Grundstück in der Fraunberg­straße 4 und einige leere Häuser auf einem ehemaligen Gewerbe­areal in der Thalkirchner Straße 110. „Jetzt gilt es aber erst einmal herauszufinden, ob diese Grundstücke überhaupt im städtischen Besitz sind“, erklärt Markus Henning.

Auch mit dem Kulturreferat und der zuständigen Mitarbeiterin für Bildende Kunst und Atelierförderung hat er sich mittlerweile vernetzt und dort sein Konzept präsentiert. Und der Künstler ist guter Dinge – denn für Juni hat das Kulturreferat ihm bereits ein Treffen mit weiteren Vertretern und dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Stadt zugesichert, bei dem sein Projekt genauer besprochen werden soll.

Neben den Plänen für das Kunstareal hat Markus Henning der Bürgerversammlung gleich noch einen weiteren Antrag vorgestellt: einen Outdoor-Fitnesspark mit kostenlosen Sportgeräten mitten im Viertel, beispielsweise am Ufer der Isar. „Wir brauchen nur noch einen geeigneten Platz und die finanzielle Unterstützung der Stadt“, erklärt er. „Und vielleicht kann unser Thalkirchner Frischluft-Fitnessstudio dann ja auch als Vorbild für weitere Viertel dienen.“

Die Zustimmung zahlreicher Anwohner des Viertels zu seinen Ideen ist Markus Henning jedenfalls schon sicher – auf der Bürgerversammlung wurden beide Anträge mit großer Mehrheit angenommen.

Vanessa Hahn

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