Kommt die Geothermie im Süden?

SWM stellen im BA Ablauf der Bohrungen am Heizkraftwerk Süd vor

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Auf dem Gelände des Heizkraftwerk Süd wollen die SWM sechs Geothermiebohrungen vornehmen, um in München die Fernwärme als neue Energiequelle zu gewinnen.

Sendling: Die Stadtwerke planen sechs Bohrungen, die sich spinnenartig auf die Stadt verteilen.

Nutzbare Energie unter der Oberfläche könnte im Münchner Süden bald die Wirklichkeit werden. Während der Sitzung des Bezirksausschuss (BA) Sendling stellten die Stadtwerke München ihr geplantes Projekt zur Energiegewinnung unter der Erde vor.

In Pullach und in Grünwald gibt es schon erfolgreiche Geothermie-Anlagen, die beide Gemeinden mit Fernwärme versorgen. Die nächsten Geothermiebohrungen sollen nun auf dem Gelände des Heizkraftwerk Süd aufgezogen werden.

„Geplant sind sechs Bohrungen in eine Tiefe von drei Kilometern“, sagt Projektleiter Peter Meineke. „Nach erfolgreichem Abschluss könnten über Geothermie im Münchner Süden unglaubliche 80 000 Haushalte versorgt werden.“ Das etwa hundert Grad heiße Wasser wird aus sechs unterschiedlichen Bereichen Münchens gepumpt, unter anderem werden sich Rohre weit unter der Theresienwiese oder mitten in Untergiesing befinden. „Die Bohrleitungen führen erst einen Kilometer in die Tiefe und werden dann zwei bis drei Kilometer spinnenartig abgelenkt, um möglichst ausgewogene Ergebnisse zu liefern“, erklärt Stellvertreter Christopher Klinger. „Natürliche Ressourcen sind ein wichtiger Beitrag und damit ein guter Schritt Richtung Klimaschutz“, sagt BA-Mitglied Elisabeth Robles-Salgado (Grüne).

Insgesamt planen die SWM ihr Projekt bis ins Jahr 2020, sollte der Stadtrat das Vorhaben genehmigen. Radfahrer müssten sich bis Ende 2019 auf eine Umleitung einstellen, denn die Radwege zu beiden Seiten des Heizkraftswerks Süds bleiben aus Sicherheitsgründen für die gesamte Zeit gesperrt. Andere Sicherheitsbedenken der Lokalpolitiker wie mögliche Erdbeben kann Meineke ausräumen.

„Bei anderen Projekten in Stauffen oder auch in Basel kam es zu Schäden, das stimmt“, erklärt Meineke. „Aber in Stauffen gab es quellende Schichten, die es in der Erde Münchens schlichtweg nicht gibt, und anders als Basel ist München von der Seismizität her eine absolut inaktive Zone.“

Die Stadt München verfolgt den Plan, bis zum Jahr 2040 die erste deutsche Großstadt zu werden, die Fernwärme zu hundert Prozent aus erneuerbarer Energie gewinnt. Um dieses Ziel zu erreichen, so Meineke, „wäre es ein Privileg, im Münchner Süden Fernwärme umzusetzen.“
jl

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