Neuer Standort: Jetzt unterstützen Promis die Suche

Olga läuft die Zeit davon

+
Peter Lübke und rund 25 weitere Bewohner von „Stattpark Olga“ müssen den Ratzingerplatz, auf dem sie die letzten zwei Jahre gelebt hatten, verlassen.

Sendling-Westpark – Die Wagenburg muss zum 1. November ihren Standort verlassen – Die Vereinsmitglieder zittern

Keine vier Wochen mehr haben die Bewohner von „Stattpark Olga“, dann muss die Wagenburg ihren Standort am Ratzingerplatz in Obersendling räumen. Weil sie noch keine passende neue Bleibe gefunden haben, sind sie jetzt beim benachbarten Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark (7) vorstellig geworden – und auch ein prominenter Unterstützerkreis setzt sich nun für das alternative Wohnprojekt ein.

Im November beginnen am Ratzingerplatz die Bauarbeiten für eine Schule. Zwei Jahre haben hier etwa 25 Menschen in Bauwägen gewohnt und kostenlose kulturelle Angebote für Jedermann geschaffen. „Wir haben uns gerade in der Nachbarschaftsarbeit etabliert“, klagten Peter Lübke (Foto) und seine Mitbewohner im BA. „Aber zwei Jahre sind eine kurze Zeit, daher würden wir gerne in der Gegend bleiben.“ In ihrem bisherigen Stadtbezirk 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) war die Suche nach einem alternativen Standort erfolglos.

Die Politiker des BA 7 stehen einer Wagenburg in ihrem Viertel überwiegend wohlwollend gegenüber: Maria Hemmerlein (Grüne) sagte, dass hier definitiv der Bedarf für Angebote für Kinder und Jugendliche bestehe und die Wagenburg eine „ungeheure Bereicherung“ für das Viertel darstellen würde. Auch die SPD-Fraktion schloss sich dem an. Die CSU, allen voran Fraktionssprecher Alfred Nagel, sah das anders. Die Wagenburg passe nicht ins Viertel – weil nicht genug Platz sei, wie Nagel im Nachhinein noch hinzufügte. Außerdem hätte Olga bereits genügend Flächen vom Kommunalreferat angeboten bekommen.

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter mit dem Betreff „München braucht Olga“ fordern jetzt außerdem Prominente wie Doris Dörrie, Georg Rindgswandl, Helmut Schleich und Marcus H. Rosenmüller „der Initiative Stattpark Olga eine geeignete Fläche innerhalb des mittleren Ringes beziehungsweise einen gut erreichbare Standplatz dauerhaft zur Miete anzubieten, um dem Projekt eine echte Perspektive in München zu geben.“

Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat erklärt, dass die Stadt bereits mehr als 30 Grundstücke geprüft habe. „Wir haben unter anderem für eine Fläche in Obermenzing grünes Licht gegeben, allerdings hat Olga abgelehnt – das Grundstück sei zu weit ab vom Schuss“, sagt Oberhuber. Das weitere Vorgehen würde nun schnellstens mit der Stadtspitze besprochen werden.

dbo

Rad und Tat

Auch die Bewohner des Vereins „Rad und Tat“ sind angespannt.

Auch die Bewohner des Vereins „Rad und Tat“ sind angespannt. Sie wollen ein freies Gelände im Westend als Wagenburg zwischennutzen. Das Grundstück „MK2“ an der Ganghoferstraße ist Teil des alten Messegeländes und seit 2008 ungenutzt, 2020 will die Stadt dort Schulen bauen (Hallo berichtete). Doch die Verhandlungen mit der Stadt ziehen sich. „Wir warten noch immer auf den Bescheid von der Lokalbaukommision“, sagt Karina John von Rad und Tat.

Hin und Weg  

Für die Bewohner der Wagenburg „Hin und Weg“  hat sich alles zum Guten gewendet.

Für die Bewohner der Wagenburg „Hin und Weg“ hingegen hat sich nun alles zum Guten gewendet. 2013 hatten sie sich in der Denninger Straße in Bogenhausen angesiedelt, und mussten nun im August das Grundstück im Pühnpark räumen (Hallo berichtete). Jetzt haben sie eine neue Fläche, nämlich in Daglfing: „In knapp zwei Jahren wird an der Fideliostraße 151 eine Schule gebaut. Bis dahin dürfen wir dort bleiben“, freut sich Lasse Ihlow von „Hin und Weg“.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare