Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Hallo Bayern - die Messe für das bayerische Lebensgefühl

Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Die große Hallo Bayern Messe geht an den Start – Das erwartet Sie

Tochterfirma der Caritas

Azubis auf der Straße: Weißer Rabe schließt Schreinerei

+
In der Werkstatt am Westpark sind insgesamt 22 Menschen beschäftigt, die nun zum September gekündigt wurden. Einer davon ist Christoph Schüler.

„Aus vielschichtigen Gründen“: Zehn Azubis im Sozialbetrieb Weißer Rabe müssen ohne fertige Lehre jetzt gehen. Das sagt die Handwerkskammer dazu.

Sendling - Für Christoph Schüler und seine Arbeitskollegen könnte es ab September schwierig werden: Ihr integrativer Ausbildungsbetrieb in der Ortlerstraße muss schließen – bevor sie ihre Lehre zum Schreiner beenden können.

Weißer Rabe - Tochterfirma der Caritas

Die Werkstatt am Westpark ist ein Betrieb des Weißen Raben. Das Inklusionsunternehmen ist wiederum eine Tochtergesellschaft der Caritas. Die Schreinerei bietet Menschen mit Unterstützungsbedarf, psychischen Erkrankungen oder Fluchthintergrund die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren und sich so für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

Schüler ist von seinem Arbeitsplatz begeistert: „Es ist eine sehr tolle Werkstatt und die Arbeit abwechslungsreich.“ Der 36-Jährige macht zusammen mit sieben anderen Mitarbeitern eine zweijährige Umschulung. Auch zwei Auszubildende lernen in der Werkstatt des Weißen Raben im Moment das Schreinerhandwerk.

Weißer Rabe - Ausbildungsbetrieb schließt

Doch: Ende September muss der Ausbildungsbetrieb nun schließen. „Momentan sind deshalb viele krank. Viele haben Angst, wie es für sie im Leben weitergehen soll“, so der Neuhauser. Es seien Kollegen dabei, die sich auf dem Arbeitsmarkt schwer tun würden – zum Beispiel Flüchtlinge aus Syrien, Irak und dem Iran.

Laut Othmar Jarmer, Geschäftsführer des Weißen Raben, erfolgt die Schließung „aus vielschichtigen Gründen“. „Es ist sehr schade, aber der Betrieb ist nicht zukunftsfähig.“ Dem schließt sich Caritas-Sprecherin Bettina Bäumlisberger an: „Der Betrieb lief sehr defizitär. Auch wenn wir Zuschüsse erhalten, muss man trotzdem wirtschaftlich arbeiten. Wir bedauern die Schließung sehr, aber wir haben alle anderen Möglichkeiten ausgelotet.“

"Unterste Schublade wie mit Mitarbeitern umgegangen wird"

Für Schüler reicht das nicht: „Für einen Sozialbetrieb ist es für mich unterste Schublade, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird. Wenn nichts kommuniziert wird, lässt das viel Raum für Spekulationen.“ Für ihn und seine Kollegen wäre es vorerst wichtig, die Lehre beenden zu können. Laut Jarmer gibt es bisher noch keine konkreten Lösungen für die einzelnen Betroffenen. Darauf liege jetzt der Fokus (siehe auch Kasten). Ein Umschüler hätte aber bereits einen neuen Betrieb gefunden. soph

Das sagt die Handwerkskammer zur Situation

So beurteilt Harald Gerster von der Handwerkskammer für München und Oberbayern die Lage der gekündigten Azubis: „Der Beruf des Schreiners ist ein sehr beliebter Beruf, daher ist es hier etwas schwieriger, eine Lehrstelle zu finden. In dem konkreten Fall der Betriebsaufgabe stehen wir in engem Kontakt mit der Schreinerinnung und der Geschäftsführung des Betriebes. Gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung versuchen wir, die Fortsetzung der Ausbildung möglichst aller Betroffener in einem anderen Betrieb zu ermöglichen.“

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare