„Alte Utting“-Initiator plant ein Museum im Turm des Heizkraftwerks

Der Turm, der den BA spaltet

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Der Kamin des Heizkraftwerks ist nach dem Olympiaturm Münchens zweithöchstes Gebäude.

Sendling – Daniel Hahn will den Kamin des Heizkraftwerks Süd vor dem Abriss retten. Dafür soll im Turm ein Museum zur Geschichte der Energie in München entstehen – inklusive Aussichtsplattform

Erst der „Bahnwärter Thiel“, dann die „Alte Utting“: Daniel Hahn ist für seine innovativen Projekte bekannt. Jetzt stellte der 28-jährige Münchner seine neueste Idee dem Sendlinger Bezirksausschuss (BA) vor – und sorgte nicht nur für begeisterte Reaktionen.

Der Kamin des Heizkraftwerks an der Schäftlarnstraße begleitet Hahn schon sein Leben lang: „Der Turm ist wie eine Skulptur. Wir haben bis zuletzt gehofft, dass ihn die Stadtwerke in das neue Projekt integrieren.“ Die Stadtwerke (SWM) planen eine groß angelegte Umbaumaßnahme. Dabei soll auch der 176 Meter hohe stillgelegte Kamin abgerissen werden.

Daniel Hahn (28) ist für seine innovativen Projekte bekannt.

Doch Hahn hat andere Pläne: Er würde das Bauwerk gerne erhalten und zu einer allgemein zugänglichen Sehenswürdigkeit machen. Das Heizkraftwerk und die Münchner Energiegeschichte sollen zu einer „erlebbaren Geschichtsreise“ werden. Das bedeutet: Durch einen vom aktiven Heizkraftwerk unabhängigen Zugang könnten Besucher über eine Wendeltreppe den Turm erklimmen. An der Spitze soll eine Aussichtsplattform entstehen.

Der BA-Vorsitzende Markus Lutz (SPD) zeigte sich positiv angetan: „Die Stadt hat Narben. Der Turm ist eine Art Industriedenkmal und gehört zu Sendling. Er muss erhalten werden.“ Anja Berger (Grüne) findet „das Projekt sehr spannend und durchaus unterstützenswert.“

Die CSU-Fraktion kritisierte die Stellplatzproblematik: „Ich weiß nicht, ob die Anwohner das so prickelnd finden“, erläutert Manuela Olhausen. Andreas Lorenz (CSU) wurde noch deutlicher: „Ich finde das Ding entsetzlich. Es ist Zeit, dass es wegkommt.“

Trotz insgesamt eher zurückhaltender Reaktionen sicherte der BA Hahn die Unterstützung für eine Machbarkeitsstudie zu. Die Finanzierung übernimmt der Ideengeber: „Man hat mit einer Machbarkeitsstudie ja nichts verloren. Ich hoffe, dass die Stadtwerke das Potenzial erkennen.“ Ernst Dill (SPD) ist davon nicht überzeugt: „Die haben kein Interesse an Denkmalschutz und Stadtgestaltung.“

Den SWM liegt das Konzept bereits vor. Die Erfolgsaussichten sind aber wohl eher gering. Die Infrastruktur eines Heizkraftwerks sei mit einer öffentlichen Nutzung nicht kompatibel und der Kamin in einem sehr schlechten Zustand. „Eine Sanierung wäre extrem teuer und deshalb nicht vertretbar.“

Sophia Oberhuber

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