„Dass es nach drei Jahren verschwinden soll, ist für München eine Katastrophe“

Es lebe der Action-Sport! Tausende Münchner kämpfen für das Gravity Lab

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Robinson Reichel hat die Petition „Das Gravity Lab darf nicht sterben!“ gestartet.

Sendling – Wer das sportliche Risiko liebt, ist im Gravity Lab an der richtigen Adresse. Doch die Actionsporthalle muss im April ausziehen – für die Rettung wurde jetzt eine Petition ins Leben gerufen

Steile Rampen für BMX-Fahrer, Airbags für das Flickflack-Training der Turner und ein anspruchsvoller Parcour: Wer Action-Sport liebt, ist in der Flößergasse 4a genau richtig. Doch damit könnte bald Schluss sein: Das Gebäude soll abgerissen werden. Es ist ein Bürokomplex geplant. Das Gravity Lab muss im April ausziehen. Deshalb hat Robinson Reichel eine Petition ins Leben gerufen.

„Der Unterschied zu anderen Hallen ist, dass die Ausstattung im Gravity Lab wesentlich hochwertiger ist. Es gibt dort auch nicht nur Trampoline“, erläutert Reichel. Sein Sohn ist Scooter-Fahrer und seine Tochter Turnerin. Beide trainieren in der Sporthalle: „Bevor es das Angebot hier gab, sind sie manchmal sogar vier Stunden lang bis nach Hof in die nächste Actionsporthalle gefahren.“ 

Sabine Schmalschläger ist die Initiatorin des Projekts.

Der 52-Jährige aus Harlaching nutzt das Gravity Lab selbst: Er ist Schauspieler und übt dort Stürze in Luftkissen. „Es wurde dort etwas ganz Tolles auf die Beine gestellt. Dass das nach nur drei Jahren verschwinden soll, ist für München eine Katastrophe.“

Das sieht nicht nur Reichel so: Knapp 3 000 Menschen haben in knapp zwei Wochen seine Petition für den Erhalt der Halle unterzeichnet. Ziel ist es, Oberbürgermeister (OB) Dieter Reiter die Unterschriftenliste Anfang März zu überreichen und darum zu bitten, dass sich der OB der Thematik annimmt.

Initiatorin des Projekts in der Flößergasse ist Sabine Schmalschläger. Ihre Zwillinge betreiben Action-Sportarten und Schmalschläger war auf der Suche nach einem passenden Angebot. Fand aber nichts. Deshalb eröffnete sie das Gravity Lab im September 2016. Sie bezeichnet es als ihr „drittes Kind“: „Ich wollte etwas Nachhaltiges schaffen. Es ist das einzige Angebot dieser Art weit und breit.“ 

Ein viel diskutierter Ersatzstandort auf dem Gelände der ehemaligen Eggenfabrik in Pasing sei noch nicht spruchreif. Der Einzug wäre frühestens 2022 möglich. Schmalschläger wünscht sich deshalb vom Eigentümer den Abriss um ein bis zwei Jahre zu verzögern, um einen fließenden Übergang zwischen dem jetzigem und neuen Standort zu schaffen.

Sophia Oberhuber

Die Petition „Das GravityLab darf nicht sterben!“ ist unter https://bit.ly/2GzWpX8 abrufbar.

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