Diese Wahrzeichen müssen weichen

Halle E, Heizkraftwerk Süd, Wüste – Das sind Sendlings Großbauprojekte

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Bald werden die ersten Wände in der Halle E auf dem Gelände an der Hans-Preißinger-Straße 8 abgerissen. Damit fällt der Startschuss für mehrere Großprojekten in Sendling. Denn nicht nur am Standort des Gasteig-Interims wird sich in den kommenden Monaten einiges tun: Auch auf der Sendlinger Wüste werden bald die Kräne aufgebaut.

Sendling – In ein paar Wochen beginnt der Abriss der Wände in der Halle E auf dem Gelände an der Hans-Preißinger-Straße 8 – Damit fällt der Startschuss für eine Reihe von Großprojekten in Sendling

Der Kamin muss weg

Bald ist Sendlings Wahrzeichen Geschichte: Der Kamin des Heizkraftwerks wird abgerissen.

Der Kamin des Heizkraftwerks Süd sorgte zuletzt für viele Diskussionen – und kreative Nutzungsvorschläge (Hallo berichtete). Doch egal ob Aussichtsplattform, Café oder Platz für eine Windturbine: Mit der alternativen Nutzung wird es nichts (Hallo berichtete). Die Stadtwerke München (SWM) positionierten sich nun noch einmal klar.

„Wir sind nicht bereit, den Kamin zu erhalten, weil das Risiko zu hoch ist“, stellt Christoph Bieniek, Leiter der Technik, fest. Für den Erhalt des 176 Meter hohen Schlots müsse man 30 bis 40 Millionen Euro investieren – und nicht einmal dieser Kostenschätzung vertraue er.

Markus Lutz (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses.

Der Sendlinger Bezirksausschuss (BA) fordert, einen Zugang zum Isarkanal über einen Steg zu schaffen. Doch auch damit sieht es schlecht aus. Denn demnach würden Personen das Gelände queren. Dazu sehen die SWM keine Möglichkeit: „Der Standort wurde als eine kritische Infrastrukur eingestuft. Wir können ihn nicht öffentlich machen“, erläutert Michael Tiefenbrunn. Bieniek sieht ein weiteres Problem: „Ich brauche die Ausweichflächen für Kräne. Man kann dort keinen Steg bauen.“ Auch ein Radweg am Kanal werde schwierig: „Da ist unsere einzige Zufahrtsstraße.“

BA-Chef Markus Lutz (SPD) reagierte gelassen: „Der Druck wird hoch sein, dass dort etwas für das Viertel passiert, wenn schon nicht der Kamin bleibt. Das wird eine politische Entscheidung.“

Sophia Oberhuber

Das Ende der Wüste

Künftig soll die Sendlinger Wüste keine Wüste mehr sein.

Seit 17 Jahren ist das Gelände an der Pfeufer- und Radlkoferstraße eine Brachfläche. Das wird sich mit der Bebauung durch die GWG München nun ändern. Im Oktober soll mit der Baugrube begonnen werden (Hallo berichtete).

Auf der Sendlinger Wüste ist Raum für soziale Nutzung, Wohnen und Kindertagesstätten geplant. Büroflächen wird es keine geben. „Es ist eigentlich alles in einem Haus, was man sich für die Stadt wünscht“, so der Architekt Stefan Resch. Neben einem Flexiheim und dem konzeptionellen Mietwohnungsbau werden auch Azubi-Wohnungen ihren Platz finden. Insgesamt entstehen demnach am Herzog-Ernst-Platz 227 bezahlbare Wohnungen.

Logistisch sei das Projekt allerdings sehr schwer umzusetzen. Vor allem die Verkehrssituation bereite Schwierigkeiten. Besonders problematisch werde der Knotenpunkt an der Grundschule in der Pfeuferstraße. Um die Situation zu entschärfen, wird eine spezielle Abbiegespur für LKW eingerichtet. Diese müssen an der Schule vorbei, um zur Baustelle zu kommen.

Der erste Schritt für die Realisierung des Bauvorhabens ist nun die Fällung der 17 eigentlich gesunden Bäume auf dem Grundstück. „Wir müssen blutenden Herzens der Fällung zustimmen“, kommentiert BA-Mitglied Ilse Holzbauer (SPD). Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist bis zum Jahr 2022 geplant.

Sophia Oberhuber

Gasteig-Interim an der HP8 zu klein

Die Stadtbibliothek soll hinter der Philharmonie errichtet und mit ihr verbunden werden.

Eine finale Lösung für die Sanierung des Gasteig wurde immer noch nicht gefunden. Was aber klar ist: Das Interim an der Hans-Preißinger-Straße 8 wird auf jeden Fall benötigt (Hallo berichtete). Baubeginn ist Ende März. In Sendling wird allerdings nicht der gesamte Gasteig-Komplex seinen Platz finden.

Max Wagner, Geschäftsführer.

In der alten Planung vom Mai 2018 hätten laut Geschäftsführer Max Wagner sehr viele Bäume gefällt werden müssen und es gäbe Probleme mit dem Denkmalschutz. Die Stadtbibliothek soll nun weiter auf den südlicheren Teil des Grundstücks rücken. Allerdings könne ein großer Teil der Verwaltung jetzt nicht mehr im Interim untergebracht werden: „Wir sind auf der Suche nach Büros in der Innenstadt“, erläutert Wagner.

In der Philharmonie haben 1800 Personen Platz.

Das Verkehrskonzept ist nun in groben Zügen geplant. „Wir sind mit der MVG im Austausch“, so Wagner. Mit den Buslinien 54 und X30 solle dann vor dem Interim ein vier- bis fünf-Minuten-Takt möglich sein. Die 200 Parkplätze am Großmarkt werden mit einem Shuttle mit der Hans-Preißinger-Straße verbunden.

Die Sanierung in der Halle E beginnt Ende März. Gleichzeitig wird die Baustelle eingerichtet. Bestehende Mietbauten müssen für die Zeit der Bauarbeiten von Strom und Wasser autark gestellt werden. Die erste große Maßnahme ist für Mai geplant: Dann werden die Holzbaracken auf dem Gelände beiseite geschoben.

Sophia Oberhuber

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