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Beliebtes Gebrauchtwarenhaus findet keinen neuen Standort

„Weißer Rabe“: Ist das das Ende?

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Betriebsleiter, Dirk Schieborowsky ist besorgt: Findet sich bis Juli kein neuer Standort, könnte der „Weiße Rabe“ bald Geschichte sein.

Sendling – Dieser Ort steht für Hoffnung und eine zweite Chance: Doch der „Weiße Rabe“ muss im Juli das Gebäude räumen – und selbst nach einem Jahr Suche gibt es noch keinen neuen Standort

Seit 15 Jahren haben Langzeitarbeitslose im Gebrauchtwarenhaus des „Weißen Raben“ in der Bavariastraße die Chance, zurück ins Leben zu finden. Damit könnte bald Schluss sein: Der neue Eigentümer möchte das Gebäude abreißen und Wohnungen bauen – ein neuer Standort ist nach über einem Jahr Suche immer noch nicht gefunden.

Alle 40 Mitarbeiter des Gebrauchtwarenhauses hatten aufgrund eines Handicaps ihre vorherige Arbeit verloren. Hier sollten sie aufgefangen und neu integriert werden. Zum Beispiel als Verkäufer für Möbelgarnituren.

„Es kamen ein paar Standorte infrage, die aber aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert haben“, erläutert der Betriebsleiter, Dirk Schieborowsky. Einer der Gründe: „Aus der Sicht einiger Eigentümer passt unser Konzept nicht zu ihrer Umgebung.“ Es wurden Bedenken bezüglich des Klientels und der Außenwirkung geäußert. „Das ist zwar ihr gutes Recht, aber schade“, kommentiert Schieborowsky.

In dem Second-Hand-Laden in der Bavariastraße sind 40 Mitarbeiter beschäftigt. Sie alle sind aufgrund eines Handicaps aus dem Arbeitsmarkt gefallen und sollen hier wieder integriert werden. „In dem Arbeitsumfeld werden Basiskenntnisse vermittelt, die für die Arbeitswelt wichtig sind.“ Wichtig sei auch das Schaffen einer Tagesstruktur. Zwar sollen die Arbeitsplätze erhalten bleiben und notfalls in ein anderes der elf Projekte des „Weißen Raben“ integriert werden. Wenn die Bavariastraße aber schließt und sich kein neuer Standort finden lässt, hat München nur noch ein Gebrauchtwarenhaus. Das befindet sich im Westend.

Schieborowsky ergänzt: „Der allerbeste Fall wäre, wenn wir in Sendling bleiben könnten. Viele Mitarbeiter kommen aus der Umgebung.“ Auch viele Bürger würden das Gebrauchtwarenhaus in der Bavariastraße kennen: „Manche sind jeden Tag hier.“

Auch günstige Kleidung kann im „Weißen Raben“ in der Bavariastraße 30-36 erworben werden.

Denn: Auf drei Etagen werden nicht nur ausrangierte Bücher, Möbel und Elektrogeräte zum kleinen Preis angeboten. Die Menschen sehen das Gebrauchtwarenhaus auch „als eine Art Anlaufpunkt und Ort der Kommunikation“. Nicht vergessen werden dürfe, dass viele der Kunden auf die günstigen Produkte angewiesen sind.

Statt dem „Weißen Raben“ sollen nun 36 Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Dem Sendlinger Bezirksausschuss (BA) wurden die Pläne bereits vorgestellt: „Ich sehe ungern, dass so ein Sozialträger im Regen stehen gelassen wird“, äußert sich Rene Kaiser (Grüne). Auch Ernst Dill (SPD) ist schockiert: „Das ist eine der wenigen Institutionen, die der Wegschmeiß-Mentalität vorbeugt.“

Der „Weiße Rabe“ muss im Juli ausziehen – außer es ergibt sich noch eine kurzfristige Verlängerung des Mietvertrages. „Wir sind in guten Gesprächen mit dem neuen Eigentümer“, stellt Schieborowsky klar. Trotzdem steht fest, dass das Projekt dringend einen neuen Standort braucht, um bestehen zu bleiben.

Sophia Oberhuber

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